1:1 gegen Mainz: Köln verpasst den Anschluss

Der 1. FC Köln kam am Samstagnachmittag im als „Abstiegsfinale“ titulierten Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Damit haben die Rheinländer in der Tabelle weiterhin sechs Punkte Rückstand auf die Rheinhessen. Der direkte Abstieg der Kölner wird immer wahrscheinlicher.

Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck veränderte seine Anfangsformation im Vergleich zum 0:6 in Hoffenheim auf drei Positionen. Für Dominic Maroh (Magen-Darm-Infekt), Marcel Risse (muskuläre Probleme) und Simon Zoller (Bank) spielten Lukas Klünter, Christian Clemens und Simon Terodde von Beginn an. Außerdem stellte Ruthenbeck das System um und ließ statt in einem 3-4-3 im 4-4-2 agieren. Sein Gegenüber Sandro Schwarz nahm nach dem 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach nur einen Wechsel vor: Leon Balogun ersetzte Stefan Bell (Pferdekuss) in der Mainzer Innenverteidigung.

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Die Gäste erwischten den besseren Start und spielten forsch nach vorne. Nach einem Fehlpass von Jorge Meré ließ Levin Öztunali Kölns Abwehrchef Dominique Heintz aussteigen, scheiterte aber anschließend an FC-Keeper Timo Horn (5.). Wie aus dem Nichts gingen nur kurz darauf allerdings die Hausherren in Führung. Leonardo Bittencourt bediente mit einer Flanke von links Kapitän Jonas Hector, der aus sechs Metern relativ unbedrängt ins lange Eck einköpfen konnte (7.). In der Folge übernahmen die „Geißböcke“ die Kontrolle über die Partie. Yūya Ōsako versuchte sich nach einer guten Viertelstunde mit einem Versuch aus 18 Metern, der aber kein Problem für FSV-Schlussmann René Adler darstellte (16.).

Nach 20 Minuten fingen sich die Mainzer und erkämpften sich ein Übergewicht an Ballbesitz. Köln dagegen lauerte auf schnelle Gegenstöße, vorzugsweise über die agilen Bittencourt und Hector. Danny Latza probierte es nach einer guten halben Stunde per Dropkick aus der Distanz (34.). Sein Versuch geriet allerdings zu hoch. Trotz der optischen Überlegenheit des FSV verbuchte Köln weiterhin die gefährlicheren Szenen. Ōsako köpfte nach einer Ecke von Clemens jedoch deutlich über das Gehäuse der Rheinhessen (37.). In der Schlussphase des ersten Durchgangs wurden beide Teams unpräziser, die Partie wurde zusehends zerfahren und unansehnlich. Echte Torgefahr kam vor der Pause nicht mehr auf.

De Blasis kontert Hectors Führungstreffer

Die Gastgeber kamen mit Dampf aus der Kabine. Clemens steckte auf der rechten Seite fein für Klünter durch, dessen Hereingabe Terodde in der Mitte erreichte. Der Angreifer scheiterte allerdings völlig frei aus kurzer Distanz an Adler (48.). Beinahe im direkten Gegenzug wurde diese vergebene Chance bestraft. Giulio Donati flankte aus dem rechten Halbfeld in den Kölner Sechzehner, wo Pablo De Blasis Klünter entwischte und zum Ausgleich einnickte (50.). Der FC blieb zunächst unbeeindruckt und versuchte die Gäste in der Defensive unter Druck zu setzen. Nach einer knappen Stunde legte Ōsako in den Rückraum auf Hector, dessen Linksschuss von Daniel Brosinski noch geblockt wurde (58.).

Das Spiel wurde in der letzten halben Stunde ruppiger. Die „Geißböcke“ spielten noch offensiver, das eröffnete wiederum Räume für die 05er. Der eingewechselte Robin Quaison setzte sich gegen Meré durch und traf per Flachschuss aus acht Metern nur den Pfosten (72.). Auf der anderen Seite prüfte der ebenfalls eingewechselte Claudio Pizarro nach Flanke von Bittencourt Mainz-Keeper Adler per Kopf (75.). FC-Coach Ruthenbeck warf nun alles nach vorne und brachte mit Jhon Córdoba einen dritten Mittelstürmer für Klünter (78.). FSV-Trainer Schwarz musste fünf Minuten später den angeschlagenen Brosinski aus der Partie nehmen und durch Karim Onisiwo ersetzen (83.).

Großchancen und Platzverweis in turbulenter Schlussphase

Latza traf kurz darauf aus 16 Metern nur die Latte (86.). In der zweiten Minute der turbulenten Nachspielzeit sah der Mainzer Donati die Gelb-Rote Karte und musste vom Platz (90.+2). Beinahe sieben Minuten nach Ende der regulären Spielzeit hatte zunächst Córdoba aus spitzem Winkel die Chance zum Siegtreffer (90.+7). Im direkten Gegenzug verhinderte anschließend Horn mit einer Glanzparade gegen Quaison die Niederlage der Kölner (90.+7). Sekunden später pfiff Schiedsrichter Benjamin Cortus die vor allem in der letzten halben Stunde sehr unterhaltsame und intensive Partie ab.

Der 1. FC Köln verpasst die große Gelegenheit, dem direkten Konkurrenten um den Relegationsrang drei Punkte abzunehmen und den Rückstand auf drei Zähler zu verkürzen. Somit rückt der direkte Abstieg für die Domstädter immer näher. Mainz wird mit dem Unentschieden trotz zweier Aluminiumtreffer besser leben können, der FSV kann den Vorsprung vor Köln wahren.