2:0 gegen Gladbach: Eintracht stürmt auf Rang zwei

Eintracht Frankfurt bleibt das Team der Stunde: Beim 2:0 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach glückte den Hessen am Freitagabend der neunte Saisonsieg und damit zumindest über Nacht der Sprung auf Rang zwei.

Zwei klare Siege hatten beide Teams zuletzt zu bejubeln gehabt, Veränderungen nahmen die Trainer daher kaum vor. Während Kovač dieselbe Elf aufs Feld schickte wie beim 3:1 in Wolfsburg, wechselte sein Gegenüber Dieter Hecking zumindest einmal. Im Vergleich zum 2:0 gegen Augsburg brachte der Gladbach-Coach den genesenen Christoph Kramer für Raffael, der krankheitsbedingt passen musste.

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Bissiger, aggressiver, gedankenschneller präsentierte sich am Freitag zunächst die Eintracht. Dabei kurbelte insbesondere Marius Wolf, dessen feste Verpflichtung am Freitag bekannt gegeben wurde, auf rechts immer wieder Angriffe an. Der 22-Jährige war es auch, der die erste Chance verbuchte: Wolfs Schuss aus kurzer Distanz fand allerdings nicht den Weg ins Tor (6.). Frankfurt hatte zunächst alles im Griff, schon im Mittelfeld wurde zumeist der Ball erobert. Gladbach hingegen kam schlecht ins Spiel und musste bald den ersten Nackenschlag einstecken: Yann Sommer klagte über Muskelprobleme, den Schweizer ersetzte Tobias Sippel (17.).

Chandler passt, Boateng trifft

Geprüft wurde der Ersatztorwart der Borussia zunächst zwar kaum, dominant aber blieben die Hausherren. Zwar brannten auch die Frankfurter kein Feuerwerk ab, mit vereinzelten Nadelstichen aber sorgte die Eintracht für die Highlights. Ante Rebić (18.) und der agile Wolf (21.) wurden bei kleineren Gelegenheiten geblockt. Kurz vor der Pause gelang den Hessen dann die verdiente Führung: Timothy Chandler setzte sich auf links gegen Patrick Herrmann durch, und in der Mitte drückte Kevin-Prince Boateng die Hereingabe des US-Amerikaners über die Linie (43.).

Zur zweiten Hälfte musste Hecking dann eine Veränderung vornehmen. Oscar Wendt blieb verletzungsbedingt in der Kabine, für den Linksverteidiger kam Tony Jantschke. Weitere Wechsel dagegen waren zunächst nicht nötig. Nach und nach nämlich arbeiteten sich die Gäste in die Begegnung. Nachdem den resolut auftretenden Frankfurtern noch die ersten Minuten nach Wiederanpfiff gehört hatten, wurde Gladbach allmählich stärker. Der Eintracht fehlte nun im Mittelfeld der Zugriff, Boateng & Co. kamen mehrfach einen Schritt zu spät.

Hazard vergibt vom Punkt

Dabei deuteten die „Fohlen“ ihr Offensivpotenzial nach rund einer Stunde erstmals zumindest an. Die erste Chance verbuchte Michaël Cuisance, der Schuss des Franzosen landete allerdings genau in den Armen von Lukáš Hrádecký (53.). Wenig später schickte Cuisance bei einem Konter Herrmann, der 26-Jährige jedoch wurde von Simon Falette noch nach außen gedrängt und traf letztlich nur die Oberkante der Latte (57.). Kovač wirkte nun mehr und mehr unzufrieden und reagierte prompt: Für den gelb-rot-gefährdeten Rebić brachte er Aymen Barkok (61.).

Vor allem mit Härte hielt die Eintracht in dieser Phase dagegen und fuhr damit meist gut. Zahlreiche Angriffe nämlich wurden frühzeitig unterbunden, wenn auch nicht immer mit fairen Mitteln. Zu Beginn der Schlussphase aber bot sich den Gladbachern dann doch die große Gelegenheit. Lars Stindl wurde während der Schussbewegung vom heraneilenden Boateng getroffen, Referee Marco Fritz entschied auf Elfmeter. Diesen jedoch nagelte Thorgan Hazard an die Latte (78.). Die Topchance war vergeben – und anschließend rannte den Gästen die Zeit davon. Zwar warf Gladbach in den Schlussminuten alles nach vorne, der Ausgleich aber blieb trotz vierminütiger Nachspielzeit verwehrt. Stattdessen machte Luka Jović kurz vor Schluss alles klar (90.+3). Mit Herz und Leidenschaft hatte die Eintracht den Sieg über die Zeit gebracht.