3:0 – Frankfurt macht es gegen Mainz wie im Pokal

Am Ende lief doch alles wie zuletzt im DFB-Pokal: Im Rhein-Main-Derby gegen den 1. FSV Mainz 05 glückte Eintracht Frankfurt am Samstag ein müheloser 3:0 (3:0)-Sieg. Zumindest über Nacht schoben sich die Hessen damit wieder in die Champions League-Ränge. Mainz hingegen steckt weiter im Keller.

Gleich vier Veränderungen nahm Eintracht-Coach Niko Kovač nach dem jüngsten 2:3 in Dortmund vor. Die Verteidiger Marco Russ, Carlos Salcedo und Timothy Chandler sowie Stürmer Sébastien Haller mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen. In der Startelf standen dafür Simon Falette, Jonathan de Guzmán, Jetro Willems und Luka Jović. Zwei Wechsel im Vergleich zum 0:1 gegen Schalke gab es bei den Gästen. Mainz-Trainer Sandro Schwarz brachte Leon Balogun für den verletzten Stefan Bell und Alexandru Maxim für Danny Latza.

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Ein anderes Spiel als beim 3:0 im Pokal vor anderthalb Monaten würde es werden, da waren sich beide Trainer vor Anpfiff einig gewesen. Dies jedoch entpuppte sich als Fehleinschätzung. Von Beginn an lief am Samstag alles ganz genau so wie Anfang Februar. Gerade mal sechs Minuten nämlich war die Partie alt, da lag der Ball erstmals im Netz. Im Anschluss an eine Ecke zog Kevin-Prince Boateng volley ab, und Florian Müller im FSV-Tor rutschte der Ball ins kurze Eck (6.). Mal wieder hatten die Frankfurter nach einem Standard getroffen.

Jović und Rebić legen nach

Und es ging weiter immer in Richtung des Mainzer Tores. Der FSV nämlich war sichtlich verunsichert durch das Gegentor und hatte Glück, dass Danny da Costa die nächste gute Gelegenheit über das Tor setzte (9.). Damit allerdings war der nächste Treffer nur etwas aufgeschoben. Frankfurt nämlich kontrollierte regelrecht mühelos das Geschehen und wurde gefährlich, sobald die Offensiven Tempo aufnahmen. Tor Nummer zwei fiel nach einer Kombination über da Costa und Ante Rebić: Der Kroate legte den Ball vorbei an Müller, und in der Mitte grätschte Jović zum 2:0 ein (23.).

Die Eintracht war im Soll, für Mainz lief es katastrophal. Viel mehr als einen Maxim-Distanzschuss (39.) nämlich boten die Gäste in der gesamten ersten Halbzeit nicht an. Die Hessen hingegen legten noch vor der Pause Tor Nummer drei nach. Nachdem Boateng den Kasten noch knapp verfehlt hatte (40.), schlug nun auch Rebić zu. Aus zentraler Position zog der Kroate von der Strafraumgrenze ab, vom Innenpfosten sprang der Ball ins Tor (41.). Wenig später folgte der Pausenpfiff.

Chancenwucher der Eintracht

Gleich zwei Wechsel nahm Schwarz nach der katastrophalen ersten Hälfte vor. Maxim und Nigel de Jong mussten draußen bleiben, dafür durften sich Levin Öztunali und Danny Latza beweisen. Wenig später brachte der FSV-Trainer zudem Yoshinori Mutō für Anthony Ujah (54.). Frankfurt benötigte im zweiten Abschnitt ein paar Minuten, um wieder auf Touren zu kommen, hatte dann aber wieder alles im Griff. Vor allem bei Kontern waren die Hessen nun brandgefährlich. Immer wieder schlossen Jović (52., 60., 62.) und Rebić (58.) ab, mehrmals fehlten nur Zentimeter zum nächsten Treffer. Mainz schien nun in alle Einzelteile zu zerfallen.

Für ein Raunen in der Arena sorgte Jović, als er eine Direktabnahme an die Unterkante der Latte nagelte (68.). Angesichts des Vorsprungs und der Überlegenheit konnten die Eintracht-Anhänger die Fahrlässigkeit sogar mit Humor nehmen. Mit zunehmender Spielzeit ließ Kovač die Partie dann so langsam ausklingen. Rebić und Boateng gönnte er eine Pause und brachte Taleb Tawatha (71.) sowie Mijat Gaćinović (75.). Mainz war zwar die Moral nicht abzusprechen, wohl aber die Qualität. Zwar versuchten es die Gäste noch mal mit vereinzelten Angriffen, mehr als ein Schuss Suat Serdars ans Außennetz (89.) war aber nicht drin.

Mainz darf sich bei der Hertha bedanken

Dank des Dreiers verbesserten sich die Frankfurter um einen Platz auf Rang vier, sind also wieder auf Kurs in Richtung Champions League. Leverkusen allerdings kann am Sonntag mit einem Sieg in Köln wieder vorbeiziehen. Mainz hingegen stagniert auf Rang 16, darf sich aber zumindest bei Hertha BSC bedanken, den Blick nicht noch weiter nach unten richten zu müssen. Dank des Berliner Siegs gegen Hamburg nämlich beträgt der Vorsprung der Rheinhessen auf Platz 17 weiterhin sieben Punkte. Der erste Nicht-Abstiegsplatz allerdings könnte sich für den FSV auf drei Punkte entfernen, sollte Wolfsburg am Abend gegen Schalke gewinnen.