3:1! Wolfsburg weist Kiel in die Schranken

Der VfL Wolfsburg setzte sich im Hinspiel der Bundesliga-Relegation vor heimischem Publikum mit 3:1 (2:1) gegen Holstein Kiel durch. Damit gelang den „Wölfen“ ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia veränderte seine Startelf im Vergleich zum 4:1-Sieg gegen den 1. FC Köln am 34. Spieltag nur auf einer Position. Felix Uduokhai ersetzte Kapitän Paul Verhaegh (Kopfverletzung). Holstein-Coach Markus Anfang dagegen brachte gegenüber dem 6:2-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig am vergangenen Wochenende gleich sechs neue Spieler in seiner Anfangsformation: Patrick Herrmann, Dominik Schmidt, David Kinsombi, Dominick Drexler, Kingsley Schindler und Marvin Ducksch begannen anstelle von Sebastian Heidinger (Bank), Niklas Hoheneder (Bank), Luca Dürholtz (nicht im Kader), Alexander Mühling (Bank), Arne Sicker (nicht im Kader) und Aaron Seydel (Bank).

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Die Hausherren agierten von Beginn an spielbestimmend und verbuchten früh den ersten Abschluss. Josip Brekalo prüfte Kiels Schlussmann Kenneth Kronholm per Linksschuss von der Strafraumgrenze (4.). Die „Störche“ versteckten sich ihrerseits aber auch nicht. Drexlers Zuspiel geriet etwas zu steil für den gestarteten Kinsombi (8.). Dennoch blieb der VfL das aktivere Team. Yunus Malli wurde in Holsteins Sechzehner nicht richtig angegangen und fand mit seiner Hereingabe Renato Steffen in der Mitte. Den Versuch des Schweizers konnte Kronholm noch parieren, gegen den Nachschuss von Divock Origi war er dann aber machtlos (13.). Nur zwei Minuten später rettete Kronholm gegen William aus halbrechter Position und vereitelte das schnelle 0:2 aus Kieler Sicht (15.).

Kiel mit dem Auswärtstor – Brekalo besorgt die Pausenführung

Die Gäste waren in der Folge beinahe dauerhaft in der Defensive gefordert und konnten ihre in der zweiten Liga noch so treffsichere Offensive nicht entfalten. Die Niedersachsen standen hinten stabil, verpassten es aber, vorne nachzulegen. Stattdessen kam Kiel fast wie aus dem Nichts zum Ausgleich: Drexler ließ auf der linken Seite zwei VfL-Verteidiger aussteigen und spielte mustergültig in den Fünfmeterraum auf Schindler, der nur noch einzuschieben brauchte (34.). Wolfsburg versuchte direkt zu reagieren und konnte noch vor der Pause zurückschlagen: Kiels Schmidt klärte einen hohen Ball nur unzureichend, Brekalo verwandelte per wuchtiger Direktabnahme von der Strafraumkante (40.). Kurz darauf versuchte es Brekalo nochmal von der rechten Seite, diesmal blieb Kronholm aber der Sieger (42.).

Die Gastgeber starteten nach dem Seitenwechsel, wie sie in der ersten Hälfte aufgehört hatten. Nach einem Fehlpass von Kronholm prüfte Steffen den Kieler Keeper aus der Distanz (47.). Auf der Gegenseite bediente Schindler Drexler im Rückraum, dessen Versuch aus zehn Metern geriet allerdings zu zentral (49.). Die Autostädter blieben dominant und setzten Holstein unter Druck. Origi setzte sich stark gegen zwei Kieler durch und bediente Malli im Strafraum. Der Mittelfeldspieler umkurvte Kronholm und traf zum 3:1 (56.). „Störche“-Trainer Anfang reagierte auf den erneuten Rückschlag und brachte Seydel sowie Mühling für Steven Lewerenz und Dominic Peitz (62.). Seydel fiel direkt durch schlechtes Stellungsspiel auf, Kronholm musste gegen den entwischten William retten (65.).

Kiel kann sich für starke Schlussphase nicht belohnen

Nur wenig später zog Steffen von rechts in die Mitte und verfehlte das lange Eck mit seinem Schuss aus 18 Metern nur knapp (69.). Auf der anderen Seite verpasste Mühling den Anschlusstreffer ebenso knapp nach einer flachen Hereingabe von Drexler (71.). Seydel läutete mit einem Kopfball über den Kasten von Koen Casteels die Schlussphase ein (75.). Holstein intensivierte die Offensivbemühungen, Uduokhai musste in höchster Not vor Seydel klären (78.). Nun tauchten die Norddeutschen fast minütlich gefährlich vor Casteels auf. Ducksch (82.) und Seydel (84.) vergaben hochkarätige Torgelegenheiten. Kiel lief weiterhin an, der VfL schwamm in der Defensive, bekam die 3:1-Führung aber über die Zeit.

Der VfL Wolfsburg bezwingt Holstein Kiel am Ende etwas schmeichelhaft mit 3:1. Letztlich machte die höhere individuelle Qualität der Autostädter den Unterschied. Die Kieler traten engagiert auf, konnten ihre guten Chancen vor allem in der starken Schlussphase allerdings nicht konsequent nutzen.