50+1? „Eine Generaldebatte ohne Hinterzimmer“

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will die Debatte um eine mögliche Reform der 50+1-Regel transparent führen. Die Diskussion über eine Neuausrichtung war vom DFL-Präsidium in der vergangenen Woche in Gang gesetzt worden.

„Das wird eine Generaldebatte ohne Hinterzimmer-Kommissionen“, sagte DFL-Boss Christian Seifert am Donnerstag in Frankfurt am Main. „Wir werden die Liga-Mitglieder zeitlich umfassend und sehr strukturiert befragen.“ Nach Ansicht des DFL-Geschäftsführers ist mit einer Entscheidung jedoch „nicht vor Ende des Jahres“ zu rechnen. „Die Klubs können sich eine Meinung bilden und sich dann zurückmelden“, äußerte Seifert und fügte an: „Zudem werden wir das Kartellamt konsultieren und gegebenenfalls auch die Europäische Kommission.“

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Der DFL-Boss ist „absolut gegen“ den total freien Markt und den Wegfall der 50+1-Regel: „Ob jetzt der Scheich kommt oder der Russe – auf diesem Niveau kann man die Debatte nicht führen. Das wird der Thematik nicht gerecht.“ Im Gegensatz zu den anderen europäischen Top-Ligen dürfen Investoren in Deutschland die Mehrheit an einem Verein derzeit nur dann halten, wenn sie diesen mehr als 20 Jahre „ununterbrochen“ und „erheblich“ gefördert haben. In der Bundesliga gelten entsprechende Ausnahme-Genehmigungen für Bayer Leverkusen, den VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim. Hannover-Präsident Martin Kind hatte einen Antrag auf die Übernahme der Mehrheitsanteile des Klubs zuletzt auf Eis gelegt.

(sid)