96 will in Stuttgart die letzten Zweifel ausräumen

Hannover 96 hat seine Krise überwunden und will gegen den VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr) dem Klassenerhalt einen großen Schritt näher kommen. Die Schwaben könnten mit einem Heimsieg noch mal nach Europa schielen.

Die Erfolgsserie von VfB-Coach Tayfun Korkut fand zwar in der vergangenen Woche durch die 0:3-Niederlage bei Borussia Dortmund ein Ende, der vor zwei Monaten noch akut abstiegsbedrohte Aufsteiger steht dennoch weiterhin prächtig da. Vor dem Duell mit seinem Ex-Verein kann Korkut die starke Bilanz von 18 Punkten in neun Spielen vorweisen. Der Stuttgarter Übungsleiter sieht sein Team in einer „komfortablen Ausgangslage“, schob aber umgehend hinterher: „Komfortabel heißt nicht, dass wir sicher sind.“ Ein Sieg gegen 96 könnte reichen, um den Ligaverbleib rechnerisch perfekt zu machen, sogar die Europapokal-Plätze wären in dem Fall noch in Reichweite. Doch Korkut warnt vor den Gästen: „Hannover ist ein unbequemer Gegner, sie sind immer in der Lage zu überraschen.“ Offen ist, ob Innenverteidiger Timo Baumgartl nach überstandener Gehirnerschütterung wieder eine Option ist. Das Abwehrtalent hat zwar die letzten Einheiten ohne Probleme durchgezogen, Korkut will sich dennoch „nicht aus dem Fenster lehnen“. Definitiv fehlen wird Santiago Ascacíbar, der gelb-gesperrt ist.

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Nach fünf Niederlagen in Serie glückte Hannover im Heimspiel gegen Werder Bremen ein enorm wichtiger 2:1-Sieg, durch den die „Roten“ sich wieder von den Abstiegsrängen absetzten. Ein Sieg in Stuttgart würde der Mannschaft von Trainer André Breitenreiter ein beinahe sorgenfreies Saisonfinale bescheren. „Stuttgart ist so gut wie durch, aber für uns geht es darum, noch weitere Punkte zu sammeln, damit wir auch auf der sicheren Seite sind“, meinte der 96-Coach am Donnerstag. Das Selbstvertrauen ist nach dem Befreiungsschlag gegen Bremen wieder spürbar größer, die Marschroute für Samstag klar. „Wir wissen, dass Stuttgart eine sehr heimstarke Mannschaft ist, aber das heißt nicht, dass wir dorthin fahren und uns ergeben“, kündigte Breitenreiter an. Der 44-jährige Fußballlehrer muss womöglich in der Abwehr improvisieren. Bis auf Salif Sané sind alle übrigen Innenverteidiger verletzt oder angeschlagen, Josip Elez ist mit Adduktorenproblemen ebenso fraglich wie Oliver Sorg (Hexenschuss) und Marvin Bakalorz (krank), der gegen Werder in der Schlussphase in der Abwehrzentrale aushalf. So gut wie sicher ist der Ausfall von Florian Hübner (Sprunggelenksverletzung). Als einziger potenzieller Ersatz stünde Talent Timo Hübers bereit.

VfB Stuttgart: Zieler – Beck, Pavard, Badstuber, Insúa – Gentner, Mangala, Aogo, Thommy – Ginczek, Gómez

Hannover 96: Tschauner – Korb, Sané, Hübers, Albornoz – Schwegler, Fossum – Bebou, Klaus – Füllkrug, Harnik

Einen Favoriten gibt es nicht im Duell der beiden Aufsteiger. Stuttgarts Lauf wurde in der vergangenen Woche beendet, Hannover befreite sich aus einer Negativserie. Beide Teams würden dem Klassenerhalt mit einem Sieg näher kommen.