Alles oder nichts? Wolfsburgs Existenzkampf gegen Köln

Für den krisengeschüttelten VfL Wolfsburg geht es am Samstag (15.30 Uhr) gegen Schlusslicht 1. FC Köln ums Überleben. Bei einer Niederlage droht der Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz. Die bereits abgestiegenen Domstädter wollen die Partie aber nicht herschenken.

In Wolfsburg herrscht schon einen Spieltag vor Saisonende Endzeitstimmung: Die Spieler wirken völlig verunsichert, Trainer Bruno Labbadia ratlos, Sportdirektor Olaf Rebbe ist schon weg und von den Fans gab es nach der jüngsten 1:4-Klatsche bei RB Leipzig Häme und Wut. Gegen Köln hat der VfL womöglich seine letzte Chance auf den Ligaverbleib. Nur ein Sieg würde einen direkten Klassenerhalt möglich machen, ein Punkt würde allerdings reichen, um sich in die Relegation zu retten. „Ich glaube fest daran, dass wir es schaffen“, gab sich Labbadia am Donnerstag zuversichtlich. Verzichten muss der 52-Jährige am Samstag definitiv auf Victor Osimhen (Schulter-OP), Marcel Tisserand (Muskelverletzung) und Riechedly Bazoer (Knie-OP). Auf der Kippe stehen zudem Ignacio Camacho (Muskelfaserriss) und Top-Scorer Daniel Didavi (Achillessehnenbeschwerden).

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Der FC steht als erster Absteiger schon fest, die Stimmung ist nach den Treuebekenntnissen mehrerer Leistungsträger auch für die zweite Liga aber ungleich besser als in Wolfsburg. Die Unterstützung von den Fans ist nach wie vor vorbildlich – und ebenjenen Fans wollen die Kölner einen schönen Saison-Ausklang bescheren. „Wir wollen noch einmal ein gutes Spiel abliefern. Den Fans, die uns immer unterstützt haben, wollen wir etwas bieten“, forderte Trainer Stefan Ruthenbeck. Schon in der vergangenen Woche gegen den FC Bayern (1:3) überzeugte der Tabellenletzte lange, musste sich am Ende aber doch geschlagen geben. Die eigene Rolle im Fernduell um den Klassenerhalt zwischen Wolfsburg und dem Hamburger SV wollen die Profis ausblenden. „Wir stehen weder auf der Seite von Wolfsburg noch vom HSV. Das beeinflusst uns nicht“, meinte Torwart Timo Horn. Fehlen wird am Samstag das Sturm-Duo Jhon Córdoba und Sehrou Guirassy.

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Bruma, Uduokhai, Gerhardt – Guilavogui – Didavi, Arnold – Steffen, Brekalo – Origi

1. FC Köln: T. Horn, Risse, Maroh, Heintz, J. Horn – Höger – Clemens, Koziello, Hector, Bittencourt – Terodde

Die „Wölfe“ sind gezwungen, ins Risiko zu gehen. Nur mit einem Sieg kann der direkte Klassenerhalt geschafft werden. Verteidigt der Tabellen-16. so desaströs wie beim 1:4 in Leipzig, wird es aber auch gegen Köln schwer, das sich zum Abschluss noch einmal gut präsentieren will.