Anschlag und Abschiede – Teil 1 des Jahresrückblicks

Trainerentlassungen und Transferrekorde, Titel und Abschiede – ein wieder mal turbulentes Fußballjahr neigt sich dem Ende zu. Höchste Zeit also, auf die zwölf vergangenen Monate zurückzublicken. Teil 1 der Lattenkreuz-Chronologie zum Jahreswechsel: die Monate Januar bis Juni.

Januar: Eine faustdicke Überraschung gibt es gleich zum Jahresbeginn. Mit der Ankündigung, Weltmeisterschaften ab dem Jahr 2026 mit 48 statt, wie bislang, 32 Teams auszutragen, sorgt die FIFA für einigen Diskussionsstoff. Debatten über Zeitraum und Spielmodus schließen sich an. Auf nationaler Ebene sorgt Hansi Flick für eine unerwartete Nachricht, der 51-Jährige legt seinen Posten als DFB-Sportdirektor nieder. Im Sommer wechselt Flick als Geschäftsführer zur TSG Hoffenheim. Alles in gewohnten Bahnen läuft dagegen in der Bundesliga: Der FC Bayern München marschiert vorneweg, RB Leipzig setzt sich als Zweiter von der Konkurrenz ab. Ende des Monats erobert Eintracht Frankfurt kurzfristig Rang drei.

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Februar: Für einen Paukenschlag sorgt Philipp Lahm: Der Weltmeister kündigt sein Karriereende nach der Saison an. Einen Posten als Sportdirektor beim FC Bayern lehnt Lahm wenig später ab. Sportlich erobert Borussia Dortmund trotz einer zwischenzeitlichen 1:2-Pleite gegen Darmstadt den dritten Platz in der Liga. Im Abwärtstrend dagegen ist der VfL Wolfsburg. Nach einem 1:2 gegen Bremen trennen die Niedersachsen noch zwei Punkte vom Relegationsrang. Der VfL feuert daraufhin Valérien Ismaël und stellt Andries Jonker als neuen Trainer vor.

März: Nach Philipp Lahm gibt es die nächste Rücktrittserklärung in München: Auch Xabi Alonso kündigt sein Karriereende für den Sommer an. Seine Abschiedsvorstellung im deutschen Nationaltrikot gibt derweil Lukas Podolski. Der Angreifer krönt sein letztes Spiel mit einem Tor: Dank eines Distanzhammers Podolskis gewinnt die DFB-Elf mit 1:0 gegen England. Seine Vereinskarriere setzt der 32-Jährige aber fort, im Sommer folgt der Wechsel zu Vissel Kōbe nach Japan.

April: Ein Anschlag prägt die Nachrichtenlage im Monat April: Nachdem Sprengsätze am Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detonieren, sprießen die Spekulationen ins Kraut. Marc Bartra erleidet einen Speichenbruch und fällt vier Monate aus. Das Champions League-Spiel gegen die AS Monaco wird am Folgetag nachgeholt, der BVB verliert 2:3 und scheidet nach einem 1:3 im Rückspiel schließlich aus. Noch Ende des Monats wird mit Sergej W. ein Tatverdächtiger festgenommen, der Prozess beginnt im Dezember. Neben Dortmund scheitert auch der FC Bayern im Viertelfinale der Königsklasse. Nach einem 1:2 im Hinspiel setzt es ein 2:4 nach Verlängerung im Rückspiel. Im DFB-Pokalduell der deutschen Branchenführer behält der BVB mit 3:2 die Oberhand. Im Parallelspiel zieht Eintracht Frankfurt im Elfmeterschießen gegen Gladbach ins Finale ein. Zumindest in der Liga läuft es für Bayern: Dank eines 6:0 gegen Wolfsburg verteidigt der Rekordmeister vorzeitig den Titel.

Mai: Lang hatte sich der SV Darmstadt 98 gewehrt, ein unglückliches 0:1 gegen den FC Bayern besiegelt jedoch schließlich den Abstieg der „Lilien“ nach zwei Jahren im Oberhaus. Der Trainerwechsel von Norbert Meier zu Torsten Frings sorgt nur kurzzeitig für einen Schub. Joachim Löw gibt derweil den Kader für den Confed Cup bekannt und überrascht mit zahlreichen Youngstern sowie Neulingen. Gegen Ende des Monats fallen zahlreiche sportliche Entscheidungen: Hannover 96 und der VfB Stuttgart feiern die Rückkehr in die Bundesliga; der VfL Wolfsburg vermeidet in der Relegation gegen Braunschweig den Abstieg. Überraschende Entlassungen gibt es in Dortmund und Mainz. Beim BVB wird Thomas Tuchel drei Tage nach dem 2:1-Finalsieg gegen Frankfurt und trotz der Qualifikation für die Champions League gefeuert; bei den Rheinhessen muss Martin Schmidt trotz des Klassenerhalts gehen.

Juni: Historisches gelingt Real Madrid: Als erstes Team verteidigen die Spanier den Titel in der Champions League. Im Finale bezwingen Toni Kroos & Co. die Italiener von Juventus Turin mit 4:1. Neue Gesichter gibt es in der Bundesliga auf der Trainerbank und dem Spielfeld. Der vakante Posten in Dortmund wird mit Peter Bosz besetzt, nachdem ein Engagement von Lucien Favre nicht zu realisieren war. Beim FC Schalke 04 wird Markus Weinzierl nach nur einem Jahr entlassen, seinen Job übernimmt der erst 31 Jahre alte Domenico Tedesco. Den aufsehenerregendsten Transfer des Sommers nimmt der FC Bayern vor. Für 41,5 Millionen Euro verpflichten die Münchner Corentin Tolisso – und stellen damit einen neuen Transferrekord auf. Auf internationaler Ebene überzeugt die deutsche U21: Mitchell Weiser schießt das Team von Stefan Kuntz zu einem 1:0-Finalsieg gegen Spanien. Zum zweiten Mal feiert die wichtigste Juniorenauswahl eine Europameisterschaft.