Audi und BMW pokern um den FC Bayern

Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images

Um den FC Bayern München gibt es wohl weiter einen Millionenpoker zwischen den rivalisierenden Automarken und Großsponsoren Audi und BMW. Ein Tauziehen um die Anteile an der FC Bayern München AG sowie den Sponsorenvertrag soll nach wie vor nicht entschieden sein. Neben der adidas AG und der Allianz SE ist Audi mit 8,33 Prozent der Aktien am FC Bayern beteiligt.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß sollen sich vergangene Woche mit dem amtierenden Audi-Chef Bram Schot zu Verhandlungen getroffen haben. Das berichtet die Bild am Sonntag. Hoeneß gilt neben Edmund Stoiber, ehemaliger Ministerpräsident von Bayern und Mitglied im Aufsichtsrat des Klubs, als Unterstützer für einen möglichen Wechsel von Audi zu BMW. Alle Beteiligten wollten sich zu den Vorgängen bislang nicht äußern.

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Audi hatte seine Anteile an der FC Bayern AG 2011 erworben. Der zum Volkswagen-Konzern gehörende Autobauer zahlte dafür in drei Tranchen insgesamt 90 Millionen Euro. Der Vertrag über die Geld- und Sachleistungen soll bei einem jährlichen Volumen von gut 20 Millionen Euro liegen. Die aktuelle Vereinbarung läuft bis 2025. Sie wurde 2015 geschlossen, nachdem BMW damals ein ernsthaftes Interesse an einem Einstieg beim FC Bayern gezeigt haben soll.

Dissens wegen des Dieselskandals?

Hoeneß hatte schon 2009 mit BMW verhandelt. Nicht zuletzt wegen des Einsatzes des früheren Audi- und VW-Chefs Martin Winterkorn einigte sich der FC Bayern allerdings mit Audi. Winterkorn sitzt ebenso wie der derzeit inhaftierte Audi-Chef Rupert Stadler im Aufsichtsrat des Rekordmeisters. Der neue VW-Chef Herbert Diess, einst bei BMW beschäftigt, soll nun persönlich eine Verlängerung des Vertrages mit dem FC Bayern bis 2030 angeboten haben.

Nach Informationen des Boulevardblattes soll BMW bereit sein, nach einem vorzeitigen Ende des Vertrags zwischen Audi und dem FC Bayern die Anteile des bayerischen Konkurrenten für mehr als 100 Millionen Euro zu übernehmen. Auch die jährlichen Leistungen wären demnach höher. Der FC Bayern ist angeblich nicht zuletzt aufgrund des Dieselskandals im VW-Konzern mit der VW-Tochter Audi als Fahrzeugpartner nicht mehr glücklich. Der VW-Konzern setzt über verschiedene Verträge auch seiner Konzerntöchter seit Jahren auf den Fußball. Am Jahresende lösen die Wolfsburger Daimler als Sponsor der deutschen Nationalmannschaft ab.

(sid)