Aus im Viertelfinale: RB scheitert an furiosem Marseille

RB Leipzig ist nach einem 1:0-Heimsieg durch ein 2:5 (1:3) im Rückspiel gegen Olympique Marseille im Europa League-Viertelfinale gescheitert. Trotz eines Blitzstarts des Vizemeisters jubelten am Ende die Franzosen.

OM-Coach Rudi Garcia stellte im Vergleich zum Hinspiel sowohl taktisch als auch personell um. Aus einem 3-4-2-1 wurde ein 4-5-1. Jordan Amavi rückte neben Luiz Gustavo, Boubacar Kamara und Hiroki Sakai in die Abwehr. Im Mittelfeld begannen Maxime Lopez und Florian Thauvin anstelle von André-Frank Zambo Anguissa und Lucas Ocampos. Ralph Hasenhüttl brachte Stefan Ilsanker für den verletzten Konrad Laimer, der als zentraler Abwehrspieler in einer Dreierkette neben Dayot Upamecano und Ibrahima Konaté verteidigte, im Mittelfeld begann Kevin Kampl statt Emil Forsberg. Zudem saß Timo Werner angeschlagen zunächst nur auf der Bank, für ihn startete Marcel Sabitzer im Sturm neben Jean-Kévin Augustin.

- Anzeige -

Die Partie begann mit einem Traumstart für Leipzig. Die Gäste kombinierten sich über die rechte Seite in den Strafraum, wo Bruma nach Ablage von Augustin auf Höhe des Elfmeterpunkts zum Abschluss kam und zur Führung einnetzte (2.). Marseille fand aber die schnelle Antwort und glich nur wenig später aus: Ilsanker lenkte die Kugel nach einer Ecke unglücklich zum 1:1 ins eigene Netz (6.). Und es wurde noch bitterer für RB: Nach einem Leipziger Eckball konterte OM die Gäste eiskalt aus. Morgan Sanson scheiterte zunächst doppelt am glänzend parierenden Peter Gulásci, doch dann staubte Bouna Sarr aus kurzer Distanz zum 2:1 ab (9.).

Torschütze Sarr muss raus, Thauvin trifft vor der Pause

Die Hausherren setzten Leipzig weiter unter Druck und so gelang Dimitri Payet nach etwas mehr als einer Viertelstunde mit einem Schuss aus 18 Metern sogar der dritte Treffer. Das Tor zählte aber nicht, weil Kostas Mitroglu zuvor Ilsanker an der Strafraumkante zu Boden gerissen hatte (17.). In der Folge wurde das Spiel ausgeglichener. Marseille musste zwischenzeitlich zu zehnt weiterspielen, weil Sarr sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers am linken Arm verletzt hatte und längere Zeit an der Seitenlinie behandelt werden musste (26.). Für ihn ging es schließlich nicht weiter, der Torschütze zum 1:1 wurde durch Adil Rami ersetzt, der im Hinspiel noch verletzt gefehlt hatte (28.).

Diese kurze Überzahl schien RB gut getan zu haben, denn danach konnte der Bundesligist das Spiel vermehrt in die gegnerische Hälfte verlagern, gefährlich wurden die „Roten Bullen“ aber nicht. Es häuften sich auf beiden Seiten die Unkonzentriertheiten und das Tempo der Partie wurde deutlich langsamer. Genau in dieser Phase verwertete Thauvin eine Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld aus sieben Metern zum 3:1 (38.). Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause.

Payets Traumtor schockt RB

Kurz nach Wiederanpfiff musste Leipzig erneut zittern, doch Gulásci verhinderte mit bärenstarken Paraden gegen Mitroglu und Amavi ein weiteres Gegentor (48.). Nur vier Minuten später hatte Mitroglu die nächste Möglichkeit, zielte aber knapp am linken Pfosten vorbei (53.). Hasenhüttl reagierte und brachte Forsberg für Diego Demme (54.). Danach ging es wieder drunter und drüber im Stade Vélodrome. Leipzig gelang nur kurz nach dem Wechsel der Anschlusstreffer zum 3:2, Naby Keïta legte innerhalb des Strafraums elegant mit der Hacke auf Augustin ab, der aus halblinker Position ins lange Eck traf (55.). Hasenhüttl war danach zu einem weiteren Wechsel gezwungen, Yussuf Poulsen kam für den angeschlagenen Sabitzer (59.).

Wie schon im ersten Durchgang antwortete Olympique prompt auf den Leipziger Treffer. Payet zog von rechts an Ilsanker vorbei in den Leipziger Sechzehner und hämmerte die Kugel mit dem rechten Außenrist aus 13 Metern in den linken Winkel (60.). Den Gästen lief nun die Zeit davon, die „Roten Bullen“ fanden offensiv aber einfach keine Mittel gegen ein leidenschaftlich spielendes Marseille. In der vierminütigen Nachspielzeit hatte Poulsen noch die Chance auf das 3:4, scheiterte aber an Yohann Péle (90.+2). Im Gegenzug traf Sakai nach einem Konter aus rund 35 Metern ins leere Tor zum 2:5, weil Gulásci für eine Ecke mit aufgerückt war (90.+4). Leipzigs Abenteuer endet also im Stade Vélodrome.