Balogun am Gipfel angekommen

Für Leon Balogun geht ein doppelter Traum in Erfüllung. Der gebürtige Berliner spielt bei der Weltmeisterschaft in Russland für sein Heimatland Nigeria – und wechselt anschließend in die Premier League.

„Wenn mir das einer vor vier Jahren erzählt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt“, sagte Balogun. Es sind Kindheitsträume, die für Balogun in Erfüllung gehen, nachdem er vor den Trümmern seiner Karriere stand. Nach einem Mittelfußbruch wollte selbst der damalige Zweitligist Fortuna Düsseldorf den Innenverteidiger nicht mehr haben. Die Erlösung kam dann in Form eines Vertrags beim SV Darmstadt 98. Seitdem, sagt Balogun, „ging es für mich eigentlich immer bergauf“.

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Mit den „Lilien“ schaffte er sensationell den Aufstieg in die Bundesliga, zog nach seinem Wechsel mit dem 1. FSV Mainz 05 in den Europacup ein und schaffte mit den „Super Eagles“ die WM-Qualifikation. „In der sogenannten Todesgruppe mit Sambia, Kamerun und Algerien“, wie Balogun berichtet. Als dann noch das Angebot von Brighton & Hove Albion eintrudelte, war das Glück perfekt. „Seit meinen frühen Profitagen bei Hannover 96 habe ich davon geträumt, weil mir der Spielstil im Mutterland des Fußballs entgegenkommt“, sagt Balogun, gibt aber glaubhaft zu: „Ich habe ernsthaft mit mir gerungen, ob ich den Schritt wage, weil der FSV für mich wie eine zweite Familie ist.“

Kein Außenseiter – im Gegenteil

Bevor es in die Küstenstadt in der Grafschaft East Sussex geht, wartet jedoch das WM-Abenteuer in Russland auf den Innenverteidiger. Und das als Stammspieler in einem aufregenden Team, das nach den überzeugenden Leistungen in der Qualifikation auch bei der Endrunde für Furore sorgen will. In einer Gruppe mit Vize-Weltmeister Argentinien, den starken Männern aus Island und den erfahrenen Kroaten sieht Balogun sein Team zwar als „Underdog“, aber nicht chancenlos. Auf dem Weg ins Stadion stimmen sich alle gemeinsam ein, „dann sind wir im Mannschaftsbus wie ein Chor“, sagt Balogun, „alle singen voller Inbrunst mit, egal ob Christen oder Moslems. Manche Spieler musst du dabei sogar bremsen, damit sie noch Power für die Partie haben.“ Er selbst ist dabei kein Außenseiter. Ganz im Gegenteil.

(sid)