Bargfrede bleibt noch lange Bremer

Philipp Bargfrede hat in der vergangenen Woche seinen Vertrag beim SV Werder Bremen verlängert. Der Mittelfeldspieler spielt seit 14 Jahren an der Weser und ist auch in dieser Saison elementar wichtig für die Norddeutschen. Aus der Startelf unter Trainer Florian Kohfeldt ist er nicht mehr wegzudenken.

Obwohl die genaue Laufzeit des neuen Vertrags nicht bekannt ist, gilt es doch als beinahe gesichert, dass Bargfrede seine Karriere in Bremen beenden wird. Der 29-Jährige hat in seinem Arbeitspapier sogar einen integrierten Anschlussvertrag, der es ihm ermöglicht, nach seiner aktiven Zeit in die verschiedenen operativen Bereiche hinter den Kulissen zu blicken. Bargfrede wird Werder also in der ein oder anderen Funktion erhalten bleiben. Und das wundert mit Blick auf seine bisherige Laufbahn und die vielen Erinnerungen, die ihn mit diesem Verein verbinden, niemanden.

- Anzeige -

Im Jahre 2004 war Bargfrede in die U17 der Bremer gewechselt. Am ersten Spieltag der Saison 2009/10 debütierte der damals 20-Jährige unter Thomas Schaaf für die Grün-Weißen in der Bundesliga. In seiner ersten Spielzeit absolvierte der ehemalige U21-Nationalspieler beachtliche 23 Ligaspiele. Bargfrede spielte sich zu einer Zeit in die Werder-Mannschaft, als im Mittelfeld noch Nationalspieler wie Tim Borowski, Torsten Frings, Clemens Fritz, Mesut Özil oder Marko Marin agierten. Auch in der Europa League kam der gebürtige Zevener sechs Mal zum Einsatz. In der darauffolgenden Saison kam Bargfrede sogar auf 28 Bundesliga-Spiele. Sein Weg als Stammspieler bei Werder schien vorgezeichnet.

Verletzungen konnten den Mittelfeldspieler nicht stoppen

In den späteren Spielzeiten seiner Karriere geriet diese Entwicklung allerdings ein wenig ins Stocken. Zwangspausen wie nach seiner Meniskusverletzung Anfang 2013 oder nach einer Knie-Operation im Sommer 2014 zwangen ihn immer wieder zu vermeintlichen Rückschritten. Auch in der vergangenen Saison musste er wegen einer Entzündung im Knie die ersten zehn Saisonspiele verletzt aussetzen. Umso beeindruckender ist es, dass Bargfrede stets zurückkam, oft sogar stärker als zuvor. Der defensive Mittelfeldspieler hat Werder im letzten Jahrzehnt geprägt wie kaum ein anderer Spieler. Und auch in dieser Spielzeit zeigt Bargfrede, wie wichtig er immer noch für Bremen ist.

Seit Kohfeldt den Trainerposten übernommen hat, fehlte Bargfrede nur in drei Partien. Er absolvierte 21 Ligaspiele, erzielte dabei ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Auf dem Offensivspiel liegt dabei allerdings nicht sein Hauptaugenmerk. Als alleiniger Abräumer vor der Abwehr bildet er das Bindeglied zwischen Offensive und Defensive. Oftmals agiert der Rechtsfuß auch beinahe schon als Libero zwischen oder noch hinter den beiden Innenverteidigern. So geschah es auch beim 2:1-Sieg über Eintracht Frankfurt am vergangenen Spieltag. Bargfrede half mit seiner engagierten Abwehrarbeit, die drei Punkte für Werder zu sichern. Gleichzeitig war es sein bereits 200. Pflichtspiel im Trikot der Grün-Weißen.