Batshuayi: Von der Leihe zur Langzeitlösung?

Borussia Dortmund musste im Winter kurzfristig den Abgang von Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang kompensieren. Die Lücke schließen soll ein junger, belgischer Stürmer: Michy Batshuayi kam auf Leihbasis vom FC Chelsea, könnte Schwarz-Gelb allerdings auch über den Sommer hinaus erhalten bleiben.

Die Fußstapfen könnten größer kaum sein. Aubameyang bestritt 213 Pflichtspiele für den BVB, in denen er 141 Tore erzielte und zudem 36 Treffer auflegte. Unvergessen bleiben – sowohl bei Dortmunder Fans als auch bei den Anhängern des FC Schalke 04 – die speziellen Jubel des Gabuners nach Toren im Derby. Ob mit Spiderman-Maske oder als Batman verkleidet, nicht selten stand Aubameyang mit ausgebreiteten Armen vor der Kurve und löste Begeisterung aus. Diese Zeiten allerdings sind vorbei. Übrig ist ein fader Beigeschmack, den der Stürmer aufgrund seines Verhaltens hinterließ.

- Anzeige -

Alles andere als fad startete Batshuayi in Dortmund. Gleich in seinem ersten Spiel traf der Belgier doppelt und hatte damit großen Anteil am wichtigen 3:2-Erfolg in Köln, der den ersten Dreier in der Rückrunde bedeutete. Und auch am vergangenen Spieltag brachte der 24-Jährige die Westfalen auf die Siegerstraße. Gegen den Hamburger SV schoss Batshuayi das zwischenzeitliche 1:0 und leitete damit den zweiten Triumph in Folge ein. Der Neuzugang ist ein physisch starker Spieler, der große Qualität im Abschluss besitzt. Dass Dortmund im Sommer keine Kaufoption besitzt, bremst die Euphorie um den Neuzugang allerdings.

Watzke und die berechtigte Hoffnung

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schließt eine feste Verpflichtung des Belgiers dennoch nicht aus. Am Sonntag erklärte er bei Sky, dass es „immer eine Chance“ gebe. Diese könnte womöglich sogar größer sein, als es Batshuayis bisherige Leistungen im BVB-Dress vermuten lassen. Denn in London war der 24-Jährige in dieser Saison kein Stammspieler. In der Premier League-Hinrunde kam der Stürmer in zwölf Einsätzen lediglich auf 353 Spielminuten (zwei Tore, eine Vorlage). Nur eine einzige Partie bestritt er über die volle Distanz.

Mit Álvaro Morata, der im Sommer 2017 für 66 Millionen Euro von Real Madrid an die Themse wechselte, hatte Batshuayi einen sehr starken Konkurrenten vor der Nase, der auch zum Zeitpunkt einer möglichen Rückkehr noch gesetzt sein wird. Zudem verpflichteten die „Blues“ Olivier Giroud als Ersatz für den Belgier. Der Franzose selbst hat ebenfalls den Anspruch, so viel wie möglich zu spielen und kostete die „Blues“ immerhin 17 Millionen Euro. Bleibt Batshuayi nicht über den Sommer hinaus beim BVB, so hätte der FC Chelsea im Angriff beinahe schon ein Überangebot. Watzkes Hoffnungen auf einen Verbleib des 24-Jährigen sind somit mit Sicherheit nicht unberechtigt.