Bauer: „Dieser Druck kann einen kaputt machen“

Im Zuge der Aussagen Per Mertesackers zum Thema Leistungsdruck im Profifußball hatte sich zuletzt auch Augsburgs Kapitän Daniel Baier zu Wort gemeldet. Nun sprach mit Werder-Profi Robert Bauer ein noch sehr junger Spieler über die Probleme vieler Akteure im modernen Geschäft Fußball.

Der Rechtsverteidiger wurde im Sommer 2016 mit der deutschen Auswahl Vize-Olympiasieger und war im Anschluss daran für zweieinhalb Millionen Euro Ablöse vom FC Ingolstadt zum SV Werder Bremen gewechselt, wo er in dieser Saison zumeist nur Ersatz ist. Bauer feiert am Montag seinen 23. Geburtstag und ist erst seit 2014 Fußballprofi. Gegenüber dem Kicker sprach er offen über die Schattenseiten des oft glorifizierten Berufsfelds. „Natürlich sind wir privilegiert. Wir verdienen viel Geld, wahrscheinlich viel zu viel“, stellte der Ex-U20-Nationalspieler fest. „Aber auch wir müssen erst mal mit gewissen Situationen klar kommen und lernen, damit umzugehen. Das bringt uns ja keiner bei.“

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Besonders die mediale Omnipräsenz in Form der ständigen Reaktion und Bewertung sei schwer zu verarbeiten. „Dieser Druck kann einen kaputt machen. Charaktere, die etwas sensibler, nicht so gestärkt sind, haben definitiv große Probleme in diesem Umfeld“, meinte Bauer. Einem Großteil der Profis ergehe es so, zu erkennen sei das laut dem Defensivspieler allerdings nur schwer: „Den Spielern sieht man das aber meist nicht an. Man gibt sich selbstbewusst, doch innen sieht es anders aus.“ Die psychologische Hilfestellung der Vereine sei dabei enorm wichtig. „Unter den Spielern ist es kein Problem, darüber zu reden. Viele haben einfach nur Angst, damit an die Öffentlichkeit zu gehen – weil sie Angst vor den Reaktionen haben“, erzählte Bauer.