Bayern auch von Bayer nicht zu stoppen

Der FC Bayern München rollt weiter durch die Bundesliga: Zum Rückrundenauftakt setzte sich der Tabellenführer am Freitag bei Bayer 04 Leverkusen mit 3:1 (1:0) durch. Zumindest über Nacht baute der Rekordmeister damit den Vorsprung auf Schalke auf 14 Punkte aus.

Personelle Debatten hatten die Situation in München vor dem Spiel geprägt. Die Ausfälle von Mats Hummels und Robert Lewandowski beschäftigten nicht nur Coach Jupp Heynckes. Letztlich entschied sich der 72-Jährige, Niklas Süle für Hummels zu bringen. Auf den erwarteten Lewandowski-Ersatz Sandro Wagner verzichtete Heynckes dagegen. Im Sturmzentrum durfte zunächst Thomas Müller ran, den Franck Ribéry statt Kingsley Coman mit Vorlagen füttern sollte. Auf der rechten Defensivbahn erhielt zudem Joshua Kimmich eine Pause, für den deutschen Nationalspieler durfte Rafinha ran. Eine offensive Aufstellung aber bot auch Bayer an. Mit Leon Bailey, Kai Havertz, Karim Bellarabi, Julian Brandt und Kevin Volland schickte Heiko Herrlich gleich fünf Offensivspieler ins Rennen.

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Ein flottes Spiel bot Leverkusen den Münchnern zu Beginn. Mit frühem Anlaufen nämlich wurde die Abwehr des Spitzenreiters immer wieder unter Druck gesetzt, ein reges Hin und Her sahen die Zuschauer daher. Vor allem Konter und Standards sorgten in der Auftaktphase für Torgefahr. Während Ribéry bei einem Bayern-Konter in letzter Sekunde noch geblockt wurde (4.), vertändelte auf der Gegenseite Bailey den Ball (5.). Die erste Großchance gehörte Bayer: Nach einer Ecke setzte sich Dominik Kohr gegen James Rodríguez durch, köpfte den Ball aber um Zentimeter am linken Pfosten vorbei (17.). Auf der Gegenseite verfehlte ein James-Schuss ebenfalls nur knapp das Gehäuse.

Martínez unter, Bailey auf die Latte

Sichtlich Mühe hatte der Favorit mit dem aggressiven Spiel der Hausherren. Die sonst übliche Dominanz entfaltete sich in Halbzeit eins nicht. Die Zweikampfhärte brachte die Münchner aber trotzdem ins Spiel – und ein Standard die Führung. Nach einer Ecke von Arjen Robben wurde der Kopfball Arturo Vidals noch geblockt, aus kurzer Distanz aber drückte anschließend Javi Martínez den Ball unter die Latte (32.). Wie schon im Hinspiel hatte ein ruhender Ball die Bayern-Führung gebracht. Beinahe hätte Martínez gleich noch einen Treffer nachgelegt, der Kopfball des Spaniers, wiederum nach einer Ecke, ging aber knapp am Tor vorbei (38.). Bayer hingegen gelangen kaum noch Offensivaktionen, die „Werkself“ mühte sich in die Pause.

Zunächst keine Änderung am Spielbild brachte die zweite Hälfte. Dank viel Zugriffs im Mittelfeld waren die Bayern überlegen, ohne allzu viele Glanzpunkte zu setzen. Für einen ersten war dagegen Leverkusen zuständig: Bailey tanzte am Strafraumeck gleich mehrfach Süle aus, der Schlenzer des Jamaikaners senkte sich allerdings auf die Latte (54.). Auf der Gegenseite ging ein Müller-Schuss aus 17 Metern am Tor vorbei (57.). Der zweite Münchner Abschluss im zweiten Abschnitt saß dann aber: Ribéry zog von links in den Strafraum und schoss ins kurze Eck zum 2:0 ein (58.).

Neue Spannung nach Volland-Treffer

Direkt im Anschluss nahm Herrlich den ersten Wechsel vor: Für Bellarabi brachte der Bayer-Coach den eher defensiv orientierten Benjamin Henrichs (60.). Und Leverkusen war trotz des zweiten Gegentores noch keineswegs geschlagen, sondern suchte bei nun größeren Räumen verstärkt die Offensive. Ein erstes Lebenszeichen setzte Volland, dessen Schuss zur Ecke abgefälscht wurde (62.). Anschließend gab es die nächsten Wechsel: Bei Bayer kam Lucas Alario für Kohr, bei den Münchnern Coman für Robben (65.).

Etwas Glück brachte den Hausherren schließlich den Anschlusstreffer. Volland zog von der Strafraumgrenze einfach mal ab, und der von Süle abgefälschte Schuss landete zum 1:2 in den Maschen (71.). Leverkusen hatte nun Rückenwind und stürmte regelrecht die Bayern-Hälfte. Die erste Großchance zum Ausgleich bot sich wiederum Volland nach Bayern-Ballverlust im Mittelfeld. Der Stürmer jedoch wurde in letzter Sekunde von Jérôme Boateng geblockt (76.). Ein Schuss von Alario strich wenig später am linken Toreck vorbei (78.). Bayer hatte nun Oberwasser, die Zeit aber rannte dem Team zusehends davon. Alles klar machte schließlich James: Einen Freistoß schlenzte der Kolumbianer in der Nachspielzeit zum 3:1-Endstand in den Torwinkel (90.+1).