Behrens geht bei Nürnberg vorneweg

Der 1. FC Nürnberg möchte den Kern seiner Mannschaft nach dem neuerlichen Aufstieg in die Bundesliga zusammenhalten. Ein elementarer Bestandteil des Kaders der Franken ist Kapitän Hanno Behrens. Der 28-Jährige steht vor seiner ersten Saison im deutschen Fußball-Oberhaus.

Behrens ist eigentlich zentraler Mittelfeldspieler und soll als Schaltstelle zwischen Defensive und Offensive fungieren. In der zurückliegenden Spielzeit schwang sich der gebürtige Elmshorner aber ganz nebenbei auch zum Top-Torschützen des „Clubs“ auf. 14 Tore gelangen dem Rechtsfuß und damit sogar zwei mehr als dem eigentlich dafür prädestinierten Mittelstürmer Mikael Ishak. Allein in den letzten sieben Ligapartien erzielte Behrens fünf Treffer und sicherte seinem Verein damit den Gang in die Erstklassigkeit. Nur der Kieler Marvin Ducksch schlug 2017/18 häufiger zu als der Nürnberger Spielführer. In seiner bisherigen Karriere waren fünf Treffer die Bestmarke des Antreibers gewesen.

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Behrens war Anführer, Vollstrecker und Dauerbrenner in Personalunion. Der Spielführer absolvierte alle 34 Ligapartien über die volle Distanz. Nürnbergs Trainer Michael Köllner wollte nicht eine Minute der abgelaufenen Saison auf seine rechte Hand verzichten. Der Übungsleiter bezeichnete Behrens als den „besten Kapitän, den der ‚Club‘ haben kann“. In der Presse wurde der 28-Jährige bereits als „Gesicht des Erfolgs-‚Clubs'“ bezeichnet. Mit 404,89 zurückgelegten Kilometern war Behrens der laufstärkste Profi der zweiten Liga. „Ich versuche immer mit großem Einsatz voranzugehen und mit großer Leidenschaft. Ich glaube, das sind die Dinge, die mich als Spieler besonders auszeichnen“, sagte Behrens Ende April im Interview mit bundesliga.com.

„Club“-Kapitän steht vor seinem Bundesliga-Debüt

Es ist zwar bereits der zweite Bundesliga-Aufstieg seiner Karriere, gleichzeitig aber steht Behrens vor seiner Premiere in der höchsten deutschen Spielklasse. Beim Hamburger SV schaffte er den Durchbruch zwischen 2005 bis 2012 nicht und kam nur in der Regionalliga Nord zum Einsatz. Beim SV Darmstadt 98 war er von 2012 bis 2015 Teil des Durchmarsches aus Liga drei bis in die Bundesliga. Dort kam er dann allerdings nie mit den „Lilien“ an. Behrens entschied sich 2015 stattdessen für den vermeintlichen Rückschritt zum Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Drei Jahre später hängt sein Ex-Klub im Mittelfeld der zweiten Liga fest, Behrens dagegen wird mit den Franken in der kommenden Saison erstklassig spielen.

Ob sich der 1. FC Nürnberg in der anstehenden Spielzeit auch in der Bundesliga behaupten können wird, hängt nicht unwesentlich mit der Personalie Behrens zusammen. Der 1,88 Meter große Profi geht auf und neben dem Spielfeld vorneweg. Er wird darauf brennen, im fortgeschrittenen Fußballer-Alter endlich seine ersten Eindrücke auf allerhöchster Ebene hinterlassen zu können. Die Mission Klassenerhalt wird das oberste Ziel der Nürnberger und ihres Kapitäns sein. Schließlich wird Behrens nach seiner ersten Kostprobe mit Sicherheit nicht direkt wieder in die Zweitklassigkeit verschwinden wollen. Dort hat er mit dem „Club“ und Darmstadt bereits alle möglichen Erfolge gefeiert. Für den Mittelfeldspieler ist es an der Zeit, auch eine Etage weiter oben seine Spuren zu hinterlassen.