Belfodil und Jović glänzen, Mainz zurück im Krisenmodus

Von solch Glücksgriffen träumt jede Mannschaft in der Liga: Die Stürmer Ishak Belfodil und Luka Jović sind am Wochenende jeweils in die Startelf gerutscht – und haben ihre Sache blendend gemacht. Mainz hingegen fehlt es nicht nur an offensiver Durchschlagskraft, auch das Sorgenkind Defensive ist zurück. Top und Flop des 27. Spieltags.

Top: Die Aushilfsstürmer
Manch überraschtes Gesicht dürfte es bei den Frankfurter und Bremer Fans am Samstagmittag beim Blick auf die jeweiligen Startaufstellungen gegeben haben. Belfodil und Jović nämlich waren nicht unbedingt in der ersten Elf erwartet worden. Beide Stürmer aber entpuppten sich im Laufe des Nachmittags als Glücksgriff. Belfodil wirbelte in Augsburg, fast jeder Angriff lief über den Algerier. Angesichts von zwei Toren bei sieben Abschlüssen sowie einer Vorlage bei vier Torschussassists gab es anschließend in den Werder-Reihen keine Frage, wer der Spieler des Tages beim 3:1-Sieg war. Dabei war der 26-Jährige bislang nicht unbedingt durch Torgefahr aufgefallen, gerade mal einen Treffer hatte er zuvor in 21 Spielen zustande gebracht. Jović hingegen durfte man als Torschützen durchaus auf dem Zettel haben, wenn auch eher als Joker. Fünf Tore hatte der Eintracht-Angreifer in zuvor 15 Spielen gemacht. Am Samstag durfte der Serbe überraschend anstelle von Rekordtransfer Sébastien Haller beginnen – und löste seine Aufgabe herausragend. Sieben Schüsse feuerte er beim Frankfurter 3:0 aufs Mainzer Tor. Dass nur einer davon den Weg ins Netz fand, war der einzige Vorwurf, der Jović anschließend gemacht werden durfte. „Es war auch Pech dabei“, sagte Niko Kovač nach der Partie und verwies auf den starken Auftritt des Angreifers. Mit großer Dynamik und Spielfreude hatte sich der 20-Jährige schließlich für weitere Aufgaben empfohlen – ebenso wie Belfodil.

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Flop: 1. FSV Mainz 05
Wie ein Kartenhaus ist der vermeintliche Aufwärtstrend der Mainzer am Samstag in sich zusammengefallen. Alles sei besser geworden seit dem bis dato jüngsten FSV-Auftritt in Frankfurt, dem 0:3 im Pokal, hatte Sandro Schwarz vorab gebetsmühlenartig wiederholt. Am Samstag jedoch setzte es erneut ein 0:3. Dabei war die Eintracht sogar noch gnädig, trotz zahlreicher Chancen nicht noch weitere Treffer nachzulegen. In wenigen Minuten war die zarte Knospe der defensiven Stabilität schon wieder zertrampelt. „Nach dem 0:1 hat man gemerkt, dass die Erinnerung vom Pokal wieder rein kam in den Schädel“, räumte Coach Schwarz anschließend laut Vereinshomepage ein. „Da haben uns dann komplett das Zutrauen und die Aktivität in der Arbeit gegen den Ball gefehlt.“ Durch die neuerliche Niederlage bleiben die Rheinhessen auch nach dem siebten Spiel in Folge auf dem Relegationsrang. Nach wie vor droht der Abstieg. „Ein Spiel wie heute gibt Anlass dazu, die Dinge zu hinterfragen“, sagte Sportvorstand Rouven Schröder. „Warum wir die Leistung in solchen Situationen nicht auf den Platz bringen? Warum wir negative Momente nicht abschütteln können, warum wir, wenn wir in der Offensive die Chance kriegen, nicht mal zuschlagen?“ Immerhin die Konkurrenz lässt Mainz hoffen. Hamburg und Köln üben nur minimalen Druck von unten aus, Wolfsburg bleibt weiterhin nur aufgrund des Torverhältnisses vor dem FSV. Abgestiegen ist Mainz noch nicht – eine Leistungssteigerung aber ist nötig, soll der Klub in der Liga bleiben.