Bellarabi: Zwölf Minuten als Wendepunkt?

Bayer 04 Leverkusen spielt bislang eine außergewöhnlich gute Saison. Einen Mann sucht man bei den Rheinländer zumeist aber vergeblich: Karim Bellarabi ist oft außen vor, deutete sein Können am Dienstagabend aber an.

Besser hätte er es wohl kaum machen können. In der Verlängerung des DFB-Pokalspiels gegen Werder Bremen (4:2 n.V.) wurde Bellarabi zwölf Minuten vor einem möglichen Elfmeterschießen eingewechselt. Beim Stand von 2:2 betrat der Rechtsaußen den Platz und wurde innerhalb weniger Sekunden zum Matchwinner. Nur drei Minuten nachdem er das Feld betrat, traf der 27-Jährige nach einem Freistoß aus spitzem Winkel zum 3:2 (111.) – und somit zur Vorentscheidung. Als Werder dann aufmachen musste, kam Bellarabi sogar noch zu einem Assist. Der Treffer von Kai Havertz zum 4:2 (118.) wurde vom Joker mustergültig aufgelegt. Kurzum: Bellarabi war letztlich der spielentscheidende Mann.

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Der Nationalspieler selbst erklärte gegenüber dem Klub-TV nach der Partie: „Ich freue mich, dass ich das 3:2 machen konnte, dass es geklappt hat. Ich war die ganze Zeit bereit und froh, dass ich reinkommen durfte.“ Reinkommen war dabei das richtige Stichwort. 15-mal kam der Angreifer in der laufenden Bundesliga-Saison zum Einsatz, fünfmal dabei als Joker. Seinen einstigen Stammplatz hat er verloren. Zu seinen fünf Einwechslungen gesellen sich fünf Auswechslungen. Bleiben fünf Partien, die Bellarabi über 90 Minuten bestritt – und das nach 21 Spieltagen. Der 27-Jährige läuft seinem Anspruch aktuell hinterher.

Rechtsaußen lässt die nötige Konstanz vermissen

Das Spiel gegen Werder zeigte jedoch, dass der Rechtsaußen noch immer ein sehr wichtiger Mann für Leverkusen sein kann. Was Bellarabi aktuell abgeht, ist die Konstanz in seinem Spiel. Während er zu Saisonbeginn in München (1:3) und gegen Mainz (2:2) noch starke Darbietungen hinlegte, flachten seine Leistungen mit zunehmender Dauer der Spielzeit ab. Ausreißer nach oben gab es dennoch. So spielte der Offensivmann beispielsweise beim 4:4 in Hannover eine starke Partie, in der er neben einem guten Auftritt auch einen Assist verbuchte.

Es scheint, als habe Bellarabi aktuell etwas das Vertrauen zu sich selbst verloren. Die Erfolge gegen Werder sollten dem 27-Jährigen ein Stück weit Sicherheit zurückgeben. Dennoch wird es für den Rechtsaußen schwierig, sich gegen seine Konkurrenten durchzusetzen. Leon Bailey und Julian Brandt sind in Top-Form. Besonders der Jamaikaner ist aus der Startelf der „Werkself“ nicht wegzudenken. So bleibt Bellarabi nicht viel mehr, als auf seine Chancen zu warten. Wenn er diese dann so nutzt, wie er es gegen Werder geschafft hat, winkt ihm aber schon bald mehr Spielzeit.