„Bis nächstes Jahr“: Der Fall Timo Werner

Timo Werner ist vielleicht der wichtigste Spieler im Kader von RB Leipzig. Der Stürmer ist Aushängeschild, Identifikationsfigur und Leistungsträger zugleich. Sein jüngstes Bekenntnis dürfte die Leipziger Verantwortlichen vorerst beruhigt haben, doch es spiegelt eine beunruhigende Entwicklung im Fußball wieder.

„Ich bleibe auf jeden Fall bis nächstes Jahr“, erklärte Werner nach dem zähen 0:0 gegen den VfB Stuttgart, bei dem er einst seinen Durchbruch schaffte. Damit erteilte er allen möglichen Interessenten, dem Vernehmen nach Vereine wie Bayern München, Real Madrid und Manchester United, bis auf Weiteres eine Absage. Bei den Sachsen sorgte dieses Bekenntnis natürlich für große Erleichterung: RB kann zumindest noch in der nächsten Saison auf Werner zählen.

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Was der Angreifer anschließend bei Sky sagte, macht jedoch stutzig: „Ich habe einen Vertrag bis 2020 und fühle mich in Leipzig wohl. Mehr braucht man dazu nicht sagen.“ Eine kurze Rechnung ergibt jedoch, dass „nächstes Jahr“ erst 2019 ist. Bei einem Vertrag bis 2020 gibt es dazu also sehr wohl noch mehr zu sagen. Werner hat es geschafft, innerhalb von nur zwei Sätzen seinen Vertrag erst zu bekräftigen und anschließend in der Luft zu zerreißen. Die Laufzeit eines Arbeitspapiers verliert im Profifußball immer mehr an Bedeutung. Das zeigt jedoch nicht nur der Fall Werner.

RB gegen Probleme eines Bundesligisten nicht immun

Gleichwohl gibt die Aussage des Nationalstürmers den „Roten Bullen“ etwas Planungssicherheit. Nach der überragenden ersten Spielzeit in der Bundesliga macht RB gerade eine Phase durch, in der der Verein merkt, dass auch er gegen die alltäglichen Probleme eines Bundesligisten nicht immun ist. Verletzungen, hohe Belastung, Formkrisen – all das sind Faktoren, die den Leipzigern zu schaffen machen. Auch Werner durchlebt gerade eine kleine Torflaute in der Bundesliga. Die Selbstverständlichkeit, mit der ein gültiger Vertrag beiseite geschoben wird, bleibt so oder so besorgniserregend.