Bittencourt will „mit Ehre und Würde nach unten“

Wieder geführt, wieder verloren, Tabellenletzter bleibt der 1. FC Köln: Es scheint der Punkt erreicht, an dem sich Mannschaft und auch der scheidende Trainer mit der 2. Bundesliga abgefunden haben.

„Ich mache mir gerade keine Gedanken, wie viele Punkte wir noch holen müssen oder ob es rechnerisch noch möglich ist“, sagte Trainer Stefan Ruthenbeck nach der ernüchternden 1:2 (1:0)-Niederlage bei Hertha BSC. „Ich glaube, dass wir von vornherein in der Pflicht sind. Es geht um die Champions League für Schalke nächste Woche, es geht für Freiburg und Wolfsburg um den Klassenerhalt.“ Ruthenbecks Worte lassen tief blicken. Die Saison mit Anstand zu Ende bringen, sich keine Wettbewerbsverzerrung nachsagen lassen: Das sind die übrigen Saisonziele der Kölner.

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Man könnte dem FC nun mangelnden Kampfgeist vorwerfen, doch bei sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsrang, den der 1. FSV Mainz 05 am Montag (20.30 Uhr) gegen den SC Freiburg auf neun Zähler ausbauen kann, ist es auch irgendwann mal gut. Vier Spiele, neun Punkte: Das würde kaum noch Hoffnung bedeuten, den Abstieg abzuwenden. Das weiß auch das Team und sucht nach Motivationsansätzen für den Rest der so unglücklich verlaufenen Spielzeit. „Ich kann versprechen, dass sich diese Mannschaft bis zum 34. Spieltag so reinhängen wird, dass man – auch wenn das ein bisschen doof klingt – mit Ehre und Würde nach unten geht“, sagte Leonardo Bittencourt am Samstag.

„Immer gewinnen zu müssen, ist schwierig“

„Die Tore fallen einfach viel zu leicht. Wenn du 1:0 in Führung gehst, musst du abgezockter sein“, erklärte er weiter. Doch das ist bei Köln ein grundsätzliches Problem. Allein in der Rückrunde vergeigte Ruthenbecks Team fünfmal eine 1:0-Führung. Dafür dass es in Berlin so kam, machte Ruthenbeck auch das Schicksal verantwortlich: „Wenn wir eine andere Situation hätten, holen wir hier einen Punkt. Aber unter dem Druck, immer gewinnen zu müssen, ist es schwierig.“

(sid)