Boateng-Brüder in Elf des Spieltags

Zwei Brüder in der Elf des Spieltags: Jérôme und Kevin-Prince Boateng haben am 15. Spieltag erstmals gemeinsam den Sprung in die Lattenkreuz-Auswahl geschafft. Der am häufigsten vertretene Verein ist allerdings Bayer 04 Leverkusen. Gleich drei Spieler der „Werkself“ wurden nominiert.

Tor: Bernd Leno
Leverkusen zum Ersten: Bernd Leno war am Freitagabend ein bombensicherer Rückhalt für Bayer. Denn nach dem Führungstreffer durch Kai Havertz drängte Stuttgart auf den Ausgleich, scheiterte aber immer wieder am 25-Jährigen. Mit seinen Paraden gegen Emiliano Insúa, Berkay Özcan und Anastasios Donis ebnete Leno den Weg für den Treffer zum 2:0-Endstand durch Lars Bender.

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Innenverteidigung: Jérôme Boateng, David Abraham und Matthias Ginter
Auch wenn am Ende die Herbstmeisterschaft dank eines 1:0-Sieges stand – in Frankfurt hatte sich der FC Bayern München alles andere als souverän präsentiert. Fels in der Brandung war in der Innenverteidigung Jérôme Boateng. Der 29-Jährige nämlich musste von 19 Zweikämpfen gerade mal drei verlorengeben und agierte damit deutlich sicherer als seine Nebenleute. Boatengs Pendant aufseiten von Eintracht Frankfurt hieß David Abraham. Für die Hessen nämlich ackerte und organisierte der Argentinier, dessen Vertragsverlängerung bis 2021 vor Anpfiff bekannt gegeben worden war, unermüdlich und glänzte zudem mit einer Passquote von 95 Prozent. Dritter Mann in der Innenverteidigung ist Matthias Ginter. Schon seit Saisonbeginn einer der stärksten bei Borussia Mönchengladbach, legte der 23-Jährige am Samstagabend noch mal eine Schippe drauf. Beim 1:1 gegen Schalke bereitete Ginter vorne den Führungstreffer vor, hinten rettete der Ex-Dortmunder auf der Linie gegen Thilo Kehrer und war zudem zweikampfstärkster Gladbacher.

Defensives Mittelfeld: Kevin-Prince Boateng und Lars Bender
Leverkusen zum Zweiten: Lars Bender durfte am Freitag einen seiner seltenen Torerfolge bejubeln. Nach einer Ecke traf der 28-Jährige zum 2:0-Endstand für Bayer 04 Leverkusen in Stuttgart. Erst im Mittelfeld aufgeboten, später in die Innenverteidigung gerückt, zeigte der Bayer-Kapitän auch defensiv eine blitzsaubere Leistung. Gemischte Gefühle dagegen waren bei Eintracht Frankfurt nach dem 0:1 gegen Bayern angesagt. Starke Leistung, keine Punkte – „traurig“ sei es, das Spiel verloren zu haben, sagte Kevin-Prince Boateng anschließend. Aber: „Wir haben genau das gespielt, was wir uns vorgenommen haben.“ Und daran hatte der 30-Jährige großen Anteil. Mit großer Aggressivität verbuchte er zahlreiche Ballgewinne, war zudem in der Offensive ein ständiger Unruheherd – nur das Tor fehlte letztlich.

Linkes Mittelfeld: Caiuby
Nicht immer glücklich hatte Caiuby bislang in dieser Saison agiert. Am Sonntag jedoch war der Brasilianer lange Zeit auf dem Weg zum Mann des Spiels – ehe Herthas Salomon Kalou in der Nachspielzeit zum 1:1 traf und dem FC Augsburg damit noch zwei Punkte klaute. Die Leistung Caiubys schmälerte dies allerdings nicht. Fünf Torschüsse hatte der 29-Jährige abgegeben, darunter den Treffer zum 1:0 nach starker Ballannahme. Mit 43 Zweikämpfen lieferte Caiuby zudem einen Spitzenwert ab.

Rechtes Mittelfeld: Maximilian Eggestein
Torerfolge hat Maximilian Eggestein in seiner bisherigen Karriere eher selten bejubeln dürfen. Dabei bewies er am Samstag, einen mächtig strammen Schuss zu haben: Nach kurzer Körpertäuschung am Strafraumeck gegen Raphaël Guerreiro zirkelte er den Ball perfekt zum Führungstreffer ins Tor – der 2:1-Sieg des SV Werder Bremen gegen Dortmund war auf den Weg gebracht. Es war das zweite Bundesliga-Tor des 20-Jährigen. Anschließend ackerte Eggestein erfolgreich in der Defensive, um die Angriffsbemühungen des BVB zunichtezumachen.

Offensives Mittelfeld: Leon Bailey
Leverkusen zum Dritten: Die Startschwierigkeiten von Leon Bailey bei der „Werkself“ sind inzwischen längst vergessen. Dass Bayer nämlich den drittbesten Angriff der Liga stellt, liegt nicht zuletzt am im vergangenen Winter gewechselten Jamaikaner. Beim 2:0 in Stuttgart hatte Bailey mal wieder bei beiden Toren seine Finger im Spiel: Mit starkem Dribbling und präziser Flanke bereitete er das 1:0 durch Kai Havertz vor, ehe kurz vor Schluss eine Ecke den Kopf von Lars Bender fand. Nach Abpfiff durfte sich der 20-Jährige, der vier Torschüsse abgegeben und sechs aufgelegt hatte, als Mann des Spiels feiern lassen.

Sturm: Max Kruse und Nils Petersen
Mit Max Kruse ist die Torgefahr zurückgekehrt beim SV Werder Bremen. Nachdem der 29-Jährige im September aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs noch hatte zusehen müssen, spielt er seit seiner Rückkehr groß auf. Nachdem Kruse bereits in der Vorwoche beim 1:0-Erfolg ob seines Tores der umjubelte Mann gewesen war, legte er am Samstag gleich noch eine Gala hin. Immer anspielbereit und ballsicher war Kruse gegen Dortmund und bereitete beide Treffer zum 2:1-Sieg vor. Vor dem 1:0 durch Maximilian Eggestein verlagerte er klug die Seite, den Siegtreffer Theodor Gebre Selassies legte er per Ecke auf. Umjubelter Mann beim SC Freiburg war Nils Petersen. Nachdem die Breisgauer nämlich in Köln bereits mit 0:3 zurückgelegen hatten, eröffnete der 29-Jährige mit dem Anschlusstreffer die Aufholjagd – um dann in der Schlussphase zweimal eiskalt vom Elfmeterpunkt zum 4:3 zu vollstrecken.