Boateng über Rummenigge-Aussagen verwundert

Jérôme Boateng lehnte sich entspannt zurück, verschränkte lässig die Arme vor dem Körper und sendete dann eine Botschaft Richtung München. Die Aussagen von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge haben ihm überhaupt nicht gefallen. Größere Freude bereitete dem Nationalspieler daher die Frage nach seinem körperlichen Zustand.

„Ich weiß nicht, wozu die Aussagen getätigt wurden“, sagte Boateng im deutschen WM-Quartier in Watutinki leicht pikiert, und er fügte mit Nachdruck an: „Ich konzentriere mich auf die Weltmeisterschaft. Alles andere ist kein Thema für mich.“ Wenn ein Verein komme und Boateng kundtue, dass er zu diesem wechseln möchte, werde man sich damit befassen, hatte Rummenigge am Mittwoch über einen möglichen Abschied des 29-Jährigen trotz eines bis 2021 laufenden Vertrags gesagt.

- Anzeige -

Der recht genervte Boateng hatte zuletzt zwar mit einem Wechsel ins Ausland kokettiert. Doch vor dem deutschen WM-Auftaktspiel am Sonntag (17 Uhr) kommt das Thema zur Unzeit. Der gerade von einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich genesene Innenverteidiger kämpft um seine Rückkehr in die Startelf. Störende Nebengeräusche will er deshalb ausblenden. Es werde „von Tag zu Tag besser“, berichtete Boateng nach einer intensiven Trainingseinheit am Donnerstagvormittag. Mit Blick auf das Mexiko-Spiel sei er daher „positiv“ gestimmt. Joachim Löw ist entsprechend erleichtert: „Ein guter Jérôme Boateng ist extrem wichtig. Er ist ein Pfeiler, ein Leader in unserer Mannschaft.“

Basis für den Erfolg in Rio

Der Bundestrainer weiß, wie wichtig Boateng bei der Jagd nach dem fünften Stern ist. Beim WM-Triumph in Brasilien spielte der Münchner nicht nur ein überragendes Finale gegen Argentinien mit Lionel Messi, er verlieh der deutschen Defensive über das gesamte Turnier viel Stabilität. Nur vier Gegentore in sieben Spielen waren die Basis für den Erfolg. Nach zuletzt schwächeren Abwehrleistungen soll gegen Mexiko wieder die Null stehen. Dafür nahm Boateng schon einmal die gesamte Mannschaft in die Pflicht. „Wenn wir angreifen, müssen wir eine gute Ordnung haben und Konter sofort ersticken“, sagte er.

(cbe/sid)