Boldt: Bailey entdeckt? „In diesem Fall Quatsch“

Im Januar 2017 verpflichtete Bayer 04 Leverkusen den Linksaußen Leon Bailey für 13,5 Millionen Euro vom KRC Genk. Ein hervorragender Transfer, wie inzwischen klar geworden ist. Zehn Tore und fünf Vorlagen steuerte der Jamaikaner in dieser Saison bereits bei und gehört damit zu den absoluten Leistungsträgern der „Werkself“.

„Das hat mit der guten Arbeit unserer Scouting-Abteilung zu tun und dass ich mir dadurch den Spieler relativ schnell angeschaut habe. So hatten wir früh Kontakt zu seinem Berater Craig Butler und spürten, dass da im Winter etwas passiert. Es war schnell klar, dass der Spieler etwas Besonderes hat“, erklärte Bayer-Kaderplaner Jonas Boldt im Kicker-Interview.

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Bei der Verpflichtung von jungen Talenten werde immer vom „Spieler entdecken“ gesprochen, aber das sei „in diesem Fall Quatsch“, sagte der Verantwortliche weiter und fügte an: „Bailey war bereits einer der Besten in der Gruppenphase der Europa League. Es ging vielmehr darum: Wann treffen wir die Entscheidung, ihn zu holen? Wenn er noch solch ein halbes Jahr gespielt hätte, hätten wir keine Chance mehr gehabt.“ Im Januar 2017 wurden dann Probleme zwischen Bailey und Ex-Klub Genk bekannt. „Wir erfuhren von den Unstimmigkeiten, bevor wir uns überhaupt entschieden hatten, ob wir aktiv werden wollen. Es hieß, der Spieler wolle weg, egal wohin“, beschrieb Boldt die Situation.

In der Folge sei der Kontakt nach Genk intensiviert worden. „Unsere Botschaft war: Wir wollen gemeinsam eine Lösung finden. Und wir haben gesagt: Wenn der Spieler streikt, steigen wir aus dem Deal aus. Wir haben Leon gesagt: Bleib ruhig, trainiere weiter, verhalte dich korrekt“, erklärte Boldt. Letztendlich gelang es Bayer 04, den Linksaußen trotz zahlreicher anderer Interessenten an den Niederrhein zu holen und mit einem Vertrag bis 2022 auszustatten. Aktuell gibt es keine Gedankenspiele an einen Verkauf. Ziel sei es laut Boldt, „mit ihm in die Champions League zu kommen und darauf mit ihm aufzubauen. Aber wenn er weiter hart an sich arbeitet, auf dem Boden bleibt und sich in einem Umfeld wie in Leverkusen entwickelt, warum sollte er dann nicht irgendwann in eine Kategorie wie Dembélé wachsen können?“