Borussia investiert in die Zukunft

Während die Mannschaft momentan sportlich auf der Stelle tritt, investiert Borussia Mönchengladbach im Hintergrund in eine erfolgsversprechende Zukunft. Im Schatten des Borussia-Parks entsteht ein Neubau, welcher unter anderem ein Hotel beinhaltet. Zusätzlich wird neben den Trainingsplätzen das neue Internat für Jugendspieler gebaut und der Medienbereich im Stadion erweitert.

Ende 2016 begann die Errichtung des sechsstöckigen Neubaus am Borussia-Park, welcher direkt mit dem Stadion verbunden sein wird. Im Erdgeschoss des 15.000 Quadratmeter großen Gebäudes entsteht eine Erlebniswelt, wo Borussia-Fans Ausstellungsstücke aus der Vergangenheit betrachten und interaktive Elemente aus der Gegenwart bestaunen können. Ebenfalls im Erdgeschoss wird der neue Fanshop angesiedelt sein. Im ersten Stockwerk finden die Borussia-Ärzte ihr neues Zuhause. Die Etagen zwei bis vier werden aus insgesamt 126 Hotelzimmern bestehen, gestaltet im speziellem Borussia-Design. Darüber werden weitere Büroräume für Borussias Geschäftsstelle eingerichtet. Das Reha- und Fitnesszentrum in der obersten Etage rundet den vielseitigen Nutzen des Gebäudes ab.

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„Das Interesse der Fans an Borussia ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Mit dem Neubau wollen wir den Fans noch mehr Borussia bieten als bisher. Zum anderen lösen wir zusätzliche Anforderungen an die Infrastruktur“, begründete Präsident Rolf Königs die Notwendigkeit für die weitreichende Investition. Durch das Bauwerk will die Borussia die kommerzielle Entwicklung vorantreiben und nicht zuletzt den Umsatz steigern. Neben der Verkürzung der Wege soll sich die Anzahl an Drittveranstaltungen wie Konferenzen oder Tagungen verdoppeln. Das Gebäude soll im September 2018 fertiggestellt sein und insgesamt 31 Millionen Euro kosten. Ein Drittel zahlt die Borussia sofort, der Restbetrag wird über ein 20-jähriges Darlehen abbezahlt.

Ausbildung neuer Talente wird gefördert

Des Weiteren entsteht ebenfalls auf dem Trainingsgelände ein neues Internat mit Platz für bis zu 24 Nachwuchsspieler. „Der Fohlenstall bei uns im Stadion ist mit zwölf Spielern zu klein geworden für unsere Vorstellung, Top-Talente aus Mönchengladbach, der Region, Deutschland und Europa bei uns auszubilden“, erklärte Sportdirektor Max Eberl die Gründe für den Neubau. Zum Vergleich: RB Leipzig bietet aktuell bis zu 50 Talenten eine Unterkunft im vereinseigenen Internat — der FC Bayern München hat auf seinem neu erbauten Campus sogar Platz für 60 Nachwuchsspieler.

„Das ist ein Riesenschritt nach vorne. Dadurch sind wir deutlich variabler bei der Akquise von Nachwuchsspielern“, freute sich Nachwuchsdirektor Roland Virkus und fügte hinzu: „Wir können dann auch mal einem Spieler, der ein Probetraining bei uns absolviert, ein Zimmer anbieten und ihn ein paar Tage im Alltagsleben kennenlernen.“ Durch das moderne Nachwuchsleistungszentrum möchte die Borussia Talente frühzeitig an sich binden, sportlich optimal fördern und zu Persönlichkeiten neben dem Platz entwickeln. Die Fertigstellung des „Fohlenstalls“ ist ebenfalls für Ende 2018 vorgesehen — die Kosten sollen bei rund drei Millionen Euro liegen.

Die letzten „Fohlen“, die sich zu Stammspielern in der Bundesliga entwickeln konnten, waren Tony Jantschke, Patrick Herrmann, Marc-André ter Stegen, Julian Korb und Mahmoud Dahoud. Danach konnten sich jedoch hoffnungsvolle Akteure wie Djibril Sow oder Marvin Schulz nicht durchsetzen und verließen den Verein. Durch die Investition in die Nachwuchsabteilung erhofft sich der VfL mittelfristig erneut Leistungsträger für die Profimannschaft auszubilden.