Breitenreiter fordert „kühlen Kopf“ im Nordderby

Hannover 96 ist am Sonntagabend (18 Uhr) beim Hamburger SV zu Gast. In der Bundesliga-Tabelle stehen die Niedersachsen derzeit im gesicherten Mittelfeld auf Rang zehn.

Der Gegner dagegen steht auf dem vorletzten Rang der Tabelle und steckt mitten im Abstiegskampf. Dennoch unterschätzt 96-Trainer André Breitenreiter die „Rothosen“ keineswegs. „Sie haben einen Trainerwechsel vorgenommen, was in den meisten Fällen zumindest kurzfristig für Euphorie und das Schärfen der Sinne sorgt. Der HSV hat in Leipzig (1:1; Anm. d. Red.) direkt ein erstes Ausrufezeichen gesetzt und wird sich zuhause vornehmen, vor fast ausverkauftem Haus eine Top-Leistung abzuliefern“, kündigte der 44-Jährige auf der Pressekonferenz am Freitag an. „Sie werden versuchen, Emotionen zu wecken, um die Zuschauer auf ihre Seite zu bekommen. Da müssen wir gegenhalten und einen kühlen Kopf bewahren.“

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Mit dem neuen Hamburger Cheftrainer Bernd Hollerbach verbindet Breitenreiter eine gemeinsame Vergangenheit. Die beiden Ex-Profis spielten von Winter 1996 bis Sommer 1997 anderthalb Jahre gemeinsam beim HSV. „Spieler wie Holler vergisst man nie. Er ist ein super Typ für die Mannschaft gewesen und eine Stimmungskanone außerhalb. Er war ein Spieler, auf den man sich verlassen konnte. Ich hatte ihn lieber bei mir in der Mannschaft, als dass ich gegen ihn gespielt habe“, erinnerte sich der Hannoveraner Übungsleiter an den ehemaligen Teamkollegen.

Heldt verweist auf DFL-Dementi zur Kind-Entscheidung

Trotz der komfortablen Tabellensituation, in der sich die 96er befinden, bleibt für Breitenreiter der Klassenerhalt das oberste Saisonziel. „Natürlich sind es Spiele gegen Mannschaften aus dem unteren Drittel, wo der eine oder andere die Erwartungshaltung hat, dass wir da großartig punkten müssen“, meinte der Ex-Schalke-Trainer. „Das nehmen wir uns auch vor und das wollen wir in jedem Spiel, aber wir haben auch nachgewiesen, dass wir in sämtlichen anderen Spielen punkten können. Wir haben uns eine gute Ausgangssituation geschaffen.“

Unruhe kam in Hannover auf, als am frühen Freitag in den Medien bereits vermeldet wurde, die DFL hätte Präsident Martin Kind die Übernahme des Klubs verweigert. Am Nachmittag revidierte die DFL die Berichte und bezeichnete sie als Falschmeldungen. 96-Sportdirektor Horst Heldt stellte die Situation nochmal klar: „Mein Stand ist, dass die DFL da schon ein Dementi geliefert hat und dass es dementsprechend noch keine Entscheidung gegeben hat, anders als es in der einen oder anderen Zeitung zu lesen gewesen ist. Daran orientieren wir uns und an nichts anderem.“ Die verletzten Jonathas, Edgar Prib und Noah Joel Sarenren Bazee sollen in den nächsten Tagen und Wochen ihr Pensum im Training steigern, der Einsatz von Niclas Füllkrug in Hamburg scheint derweil nicht gefährdet.