Bremen peilt neue Ära des Erfolgs an

Seit dem Amtsantritt von Cheftrainer Florian Kohfeldt beim SV Werder Bremen ging es bei den Norddeutschen stetig bergauf. Aus einer tabellarisch extrem prekären Lage manövrierte der 35-Jährige den Verein mittlerweile auf den zwölften Tabellenrang. Geschäftsführer Frank Baumann will um Kohfeldt herum eine neue Ära aufzubauen.

Im Interview mit Amazon Music beschrieb Baumann kürzlich, wie er sich den SV Werder Bremen der näheren Zukunft vorstellt: „Attraktiv, anfassbar und erfolgsorientiert.“ Diese Beschreibung treffe auch auf Coach Kohfeldt perfekt zu. Der Ex-U23-Trainer hatte schon viele verschiedene Positionen bei den Grün-Weißen inne. Er betreute Jugendmannschaften, die Zweitvertretung und nun ist er der Übungsleiter des Bundesliga-Teams. Außerdem war er auch schon als Co-Trainer tätig. Kohfeldt kennt den Verein und lebt ihn. Dementsprechend kommt die Marschroute in Bremen nicht überraschend. „Bei uns allen im Verein ist der Wunsch da, mit Florian wieder mal eine Ära bei Werder zu prägen“, betonte Baumann.

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Die letzte richtige Ära als Cheftrainer in Bremen prägte Thomas Schaaf. Von 1999 bis 2013 war er Übungsleiter an der Weser. Der mittlerweile 57-Jährige führte die Mannschaft zur Deutschen Meisterschaft 2004, den Vizemeisterschaften 2006 und 2008, den DFB-Pokalsiegen 1999, 2004 und 2009 sowie 2009 ins Europa League-Finale. Als Schaaf das Bundesliga-Team 1999 übernahm, war er gerade einmal 38 Jahre alt gewesen. Sein Karriereende beim SVW, für den er 17 Jahre lang gespielt hatte, lag erst vier Jahre zurück. Schon während seiner Zeit als aktiver Spieler hatte er nebenbei als Jugendtrainer fungiert. Ähnlich wie Kohfeldt heute, kannte er damals schon die Strukturen und verschiedenen Ebenen des Klubs.

Schaaf und Kohfeldt als Säulen der Kontinuität

Schaaf ließ Werder offensiven, attraktiven Fußball spielen und Kohfeldt ist sein legitimer Nachfolger im Geiste. Und ebenjener Schaaf soll in Zukunft dafür zuständig sein, dass dem aktuellen Cheftrainer nicht das Spielermaterial für diese Art Fußball ausgeht. Bremen möchte den langjährigen Coach als Technischen Direktor installieren, „der für eine kontinuierliche Spielphilosophie im Gesamtverein und eine Top-Ausbildungsqualität steht“, meinte Baumann und sprach sich persönlich für Schaaf aus. Der alte Erfolgstrainer soll den Grundstein für die Ära des nächsten Erfolgstrainers bilden. Ein weiteres Ziel sei es, „eines der besten Nachwuchsleistungszentren in Deutschland zu werden“, sagte Baumann. In Bremen will man in Zukunft auf die interne Stärke vertrauen und nicht auf den Einkauf teurer Stars.

Dadurch soll langfristig auch die Identifikation der eigenen Fans mit der Mannschaft gesteigert werden. Für dieses Vorhaben braucht es allerdings Kontinuität und keinen Größenwahn. Die erklärte Zielsetzung der nächsten Jahre ist es, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Dass Werder auch das Potenzial und das Personal dazu hätte, wieder im Europacup zu spielen, darüber waren sich in den vergangenen Wochen alle Profis einig. Zuvorderst soll an der Weser aber nach den tristen Jahren im Tabellenkeller ein nachhaltiger Aufschwung entstehen. In Bremen will man fußballerisch wieder wer sein. Mit dem erfahrenen Schaaf und dem hungrigen Kohfeldt wären die Voraussetzungen dafür optimal.