Bremen verpasst Heimsieg gegen Hertha

Das Duell zwischen dem SV Werder Bremen und Hertha BSC endete mit einem torlosen Remis. Die über weite Strecken spielerisch überlegenen Gastgeber scheiterten am Videobeweis und der eigenen Chancenverwertung.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt veränderte sein Team nach der 2:4-Niederlage beim FC Bayern München nur auf einer Position: Theodor Gebre Selassie begann für Robert Bauer auf der rechten Defensivseite. Hertha-Coach Pál Dárdai musste gezwungenermaßen ebenfalls seinen rechten Verteidiger ersetzen. Für den angeschlagenen Mitchell Weiser startete Peter Pekarík. Ansonsten bot der Ungar dieselbe Elf wie beim 1:1 gegen Borussia Dortmund auf.

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Die Gastgeber suchten sofort ihr Heil in der Offensive und beschäftigten die Berliner Hintermannschaft mehrfach. Nach schöner Vorarbeit von Max Kruse bediente Gebre Selassie den freistehenden Jérôme Gondorf, der den Ball an den linken Pfosten setzte (2.). Nur wenige Minuten klingelte es im Kasten der Gäste – Maximilian Eggestein drückte eine Hereingabe von Gebre Selassie über die Linie (10.). Doch die Bremer Freude währte nur kurz. Schiedsrichter Bastian Dankert sah sich die Bilder noch einmal an und nahm den Treffer wegen eines vorangegangenen Ellbogenschlags von Thomas Delaney gegen Fabian Lustenberger zurück.

Werder blieb aber die tonangebende Mannschaft, während die Dárdai-Elf offensiv kaum stattfand. Klare Torchancen blieben aber auch aufseiten der Hausherren Mangelware, da Hertha zumindest defensiv kompakt stand. Schon nach 22 Minuten musste Dárdai seine Hintermannschaft allerdings umbauen. Lustenberger, der nach dem Delaney-Foul Sichtprobleme hatte, musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung raus, für ihn kam Jordan Torunarigha. Die Berliner ließen auch in der Folge kaum mal einen gefährlichen Abschluss zu. Kurz vor der Pause probierte sich Kruse aus der Distanz, schoss den Ball aber knapp über das Tor (45.).

Werder-Schlussoffensive bleibt ohne Ertrag

Auch nach der Pause kamen beide Teams selten zu Torraumszenen. Werder-Kapitän Zlatko Junuzović setzte einen Schlenzer rechts am Tor vorbei, wirklich gefährlich wurde der Ball aber nicht (59.). Dárdai reagierte und stellte auf eine Doppelspitze um, Matthew Leckie kam für Ondrej Duda und Kapitän Vedad Ibišević für den blassen Davie Selke. Der Spielführer stand gleich nach seiner Einwechslung im Mittelpunkt. Valentino Lazaro ließ auf der linken Außenbahn Gebre Selassie stehen und flankte auf den völlig freistehenden Bosnier. Der schien beinahe überrascht und köpfte knapp über das Tor (68.).

Die Großchance rüttelte auch Bremen wieder auf, die Kohfeldt-Elf spielte jetzt komplett auf Sieg. Nacheinander verpassten Gebre Selassie und Gondorf die Führung nur haarscharf, beide scheiterten aus kurzer Distanz an Thomas Kraft (74.). Der starke Berliner Schlussmann rettete kurz darauf auch gegen den eingewechselten Ishak Belfodil, der aus spitzem Winkel draufhielt (81.). Der Stürmer probierte es noch einmal per Kopf, bereitete Kraft damit aber keine Mühe (84.). Kurz vor dem Abpfiff bot sich dem SVW noch eine Riesenchance. Belfodil legte auf Eggestein ab, dessen Schuss wehrte Torunarigha allerdings kurz vor der Linie in höchster Not ab (90.+4). Das Unentschieden hilft Bremen nicht wirklich weiter, der Tabellensechzehnte steht weiterhin nur einen Punkt vor dem Abstiegsplatz.