Bremer Trio präsentiert sich in Russland

Seit der Amtsübernahme durch Florian Kohfeldt überzeugte der SV Werder Bremen zumeist mit attraktivem Offensivfußball. Das weckt natürlich die Begierde der Konkurrenz. Mit Thomas Delaney, Ludwig Augustinsson und Miloš Veljković werden sich drei Bremer im Sommer vermutlich auf allergrößter Bühne präsentieren dürfen.

Das Bremer Trio wird aller Voraussicht nach mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften an der Weltmeisterschaft in Russland teilnehmen. Delaney steht im vorläufigen Kader Dänemarks, Augustinsson im vorläufigen Aufgebot Schwedens. Veljković hat gute Chancen darauf, für Serbien nominiert zu werden. Die drei Werder-Profis waren absolute Leistungsträger in der abgelaufenen Saison. Nur Theodor Gebre Selassie und Maximilian Eggestein kamen unter den Feldspielern auf ähnlich hohe Einsatzzeiten. Hinzu kommt, dass alle drei Akteure noch relativ jung sind. Die Nationalspieler haben Begehrlichkeiten geweckt, die Grün-Weißen werden sich rüsten müssen, um ihre Erfolgsgaranten zu halten.

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Im Falle Delaney scheint ein Abgang noch vor der kommenden Saison am wahrscheinlichsten. In 36 Pflichtspielen erzielte der Däne drei Treffer und bereitete weitere sechs vor. Der 26-Jährige organisierte die Bremer Zentrale und zog die Fäden im Aufbauspiel. Große deutsche Vereine wie Borussia Dortmund oder RB Leipzig sollen am Mittelfeldspieler interessiert sein. Ab einer Ablösesumme von 22 Millionen Euro sollen die Norddeutschen bereit sein, ihn abzugeben. Coach Kohfeldt setzte ihm kürzlich ein Ultimatum, nach der Weltmeisterschaft muss Delaney sich zwischen Wechsel und Verbleib entschieden haben. Der Linksfuß war zum Jahresbeginn 2017 vom FC Kopenhagen an die Weser gewechselt, seither hat sich Delaney zu einem Führungsspieler entwickelt.

Augustinsson: „Die WM ist ein großes Schaufenster“

Augustinsson dagegen war erst im vergangenen Sommer nach Bremen gekommen. Auch den Linksverteidiger haben die Hanseaten aus Kopenhagen transferiert. Der 24-Jährige hatte sich auf Anhieb einen Stammplatz in der Defensive erarbeitet und blieb, solange er einsatzbereit war, gesetzt. Kohfeldt kündigte an, den Schweden nicht ziehen lassen zu wollen. Der 35-Jährige weiß aber auch, dass es im Geschäft Profifußball keine Garantien gibt. „Die WM ist ein großes Schaufenster“, sagte Augustinsson kürzlich, gab aber auch zu verstehen, dass er noch keine konkreten Wechselabsichten verfolge: „Ich bin glücklich bei Werder und habe keinen Stress zu wechseln. Ich nehme es, wie es kommt.“

Veljković ist der jüngste der voraussichtlichen WM-Fahrer. 22 Jahre ist der Serbe alt und dennoch konnte er sich in der abgeschlossenen Spielzeit bereits in der Innenverteidigung der Grün-Weißen festspielen. In Russland könnte sich der gebürtige Schweizer an der Seite von erfahrenen Defensivakteuren wie Aleksandar Kolarov und Branislav Ivanović beweisen. Serbien trifft in der Gruppenphase unter anderem auf die offensivstarken Brasilianer, da sollte genug Arbeit auf Veljković zukommen. Die drei Bremer vereinen jede Menge Potenzial und könnten sich vor den Augen der versammelten Fußball-Welt noch weiter in die Notizbücher der großen Klubs spielen, möglicherweise zum Ärger der Werder-Verantwortlichen.