Brooks: Königstransfer auf dem Prüfstand

Foto: Ronny Hartmann/Bongarts/Getty Images

Im vergangenen Sommer war John Anthony Brooks der Top-Neuzugang beim VfL Wolfsburg. Der Innenverteidiger kam für 17 Millionen Euro von Hertha BSC und sollte der neue Chef in der Abwehr der Niedersachsen werden. Nachdem er aber einen Großteil der vergangenen Spielzeit verletzungsbedingt verpasste, steht er nun umso mehr in der Bringschuld.

Mit seinem Wechsel von der „Alten Dame“ zu den „Wölfen“ wollte der 25-Jährige einen weiteren Karriereschritt gehen. „Ich habe großen Respekt vor Hertha. In Berlin sind tolle Bedingungen, aber Wolfsburg steht auf einem höheren Level. Hier ist alles zwei, drei Schritte weiter“, sagte er damals in einem Interview mit der Sport Bild. Der US-Nationalspieler verzichtete dafür bewusst auf die Europa Leauge-Teilnahme mit dem Klub aus der Hauptstadt. Ein Jahr ist nun seit seinem Wechsel vergangen – und Wolfsburg steht noch immer an der gleichen Stelle wie zuvor. Der Abstieg konnte, wie im vorherigen Jahr gegen Eintracht Braunschweig, nur durch die Relegation gegen Holstein Kiel abgewendet werden.

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Brooks kann dabei allerdings kein Vorwurf gemacht werden. Er war einen Großteil der Saison durch diverse Verletzungen außer Gefecht gesetzt. Am Ende schaffte es der kantige Innenverteidiger zu nur zwölf Einsätzen für die Niedersachsen. Damit hing er den Erwartungen doch klar hinterher. Vielmehr weckte er Erinnerungen an den im Jahr zuvor verpflichteten Jeffrey Bruma. Der Niederländer sollte ebenfalls das neue Gesicht der Abwehr werden und etablierte sich auch direkt als Stammspieler. Im Frühjahr 2017 erlitt er allerdings eine Knieverletzung, die eine Pause bis zum Jahresende zur Folge hatte. Da er nicht mehr an die Leistungen des Vorjahres anknüpfen konnte, scheint ihm nun vorerst ein Platz auf der Bank zu drohen.

„Auf lange Sicht erfolgreich Fußball spielen“

Bei Brooks stehen die Vorzeichen anders. Als der gebürtige Berliner zum Ende der Saison wieder auf den Platz zurückkehrte, ging er in den wichtigen Spielen als Leader voran und hatte mit seinen Leistungen großen Anteil am Erfolg in der Relegation. Dabei profitierte er von seinem Partner Robin Knoche. Denn die Formkurve des Wolfsburger Eigengewächses zeigte in den letzten Spielen ebenfalls klar nach oben. Dank des guten Zusammenspiels der beiden ist es wahrscheinlich, dass die Niedersachsen auch mit dieser Konstellation in die neue Saison starten werden.

Für Brooks startet in diesem Sommer die sechste Bundesliga-Saison. Während seiner Zeit in Berlin war er einer der Helden der Hauptstadt. Nach dieser wenig von Erfolg geprägten Spielzeit mit dem VfL heißt es für den 33-fachen Nationalspieler der USA nun, seine Leistung aus den letzten Partien in der neuen Saison zu bestätigen. Er kam mit vielen Erwartungen nach Wolfsburg, die aber aus verschiedenen Gründen noch nicht erfüllt werden konnten. „Als Wolfsburg Interesse gezeigt hat, war mir schnell klar, dass ich diesen Schritt gehen will, weil die Perspektive beim VfL mit dem übereinstimmt, was ich vorhabe. Auf lange Sicht erfolgreich Fußball spielen“, formulierte Brooks seine Ziele vor einem Jahr. Die erste Partie gegen den FC Schalke 04 (25. August) ist zugleich das 100. Bundesliga-Spiel in der Karriere des ambitionierten Innenverteidigers. Der perfekte Startpunkt für eine erfolgreiche Zukunft bei den Niedersachsen.