Dembélé: (Noch) keine Schlüsselrolle in Barcelona

Ousmane Dembélés Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Barcelona im vergangenen Sommer zog sich über Wochen hin und erregte eine Menge mediale Aufmerksamkeit. Die erste Saison des jungen Franzosen im Dress der „Blaugrana“ neigt sich dem Ende zu und verlief nicht wirklich nach den Vorstellungen der Katalanen.

105 Millionen Euro betrugen die Fixkosten, die der designierte spanische Meister für den Rechtsaußen vor der laufenden Spielzeit auf den Tisch legte. Durch Bonuszahlungen könnte diese Summe in den nächsten Jahren auf bis zu 147 Millionen Euro ansteigen. Damit ist Dembélé der viertteuerste Fußball-Profi aller Zeiten. In Barcelona sollte der quirlige Flügelstürmer das Loch stopfen, das durch den Abgang Neymars nach Paris entstanden war. Dembélé wollte unbedingt zu den Katalanen, boykottierte das BVB-Training und handelte sich einigen Ärger in Dortmund ein. Letzten Endes einigten sich der Spieler und die Vereine allerdings auf ein Geschäft, das alle Beteiligten zufrieden stellte. Ob der FC Barcelona einen Spieltag vor dem Ende der ersten Saison Dembélés immer noch zufrieden ist, darf zumindest angezweifelt werden.

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Der 20-Jährige absolvierte seit seinem Transfer lediglich 16 La Liga-Spiele. Nachdem der französische Nationalspieler am zweiten Spieltag eingewechselt wurde und zu seinen ersten Minuten im rot-blauen Trikot kam, stand Dembélé in der folgenden Partie beim FC Getafe (2:1) erstmals in der Startelf. Nach einer halben Stunde musste der Ex-BVB-Profi den Platz aufgrund eines Muskelrisses im Oberschenkel aber bereits wieder verlassen. Im Anschluss an die Verletzung verpasste der Offensivakteur 13 Ligapartien. In der Gruppenphase der Königsklasse fehlte Dembélé in fünf von sechs Begegnungen. Anfang Januar feierte er im Achtelfinale der Copa del Rey sein Comeback, nur um sich kurz darauf erneut eine Muskelverletzung zuzuziehen und für weitere sieben Spiele auszufallen.

Franzose im Schatten von Messi und Suárez

Seit Mitte Februar ist Dembélé wieder fit. Eine große Rolle spielt der Tempodribbler in Barcelona allerdings immer noch nicht. In 22 Pflichtspielen erzielte er vier Treffer und bereitete sieben weitere vor. Was wie eine gute Quote für einen Außenstürmer anmutet, muss angesichts der extrem starken Offensive der Katalanen relativiert werden. Lionel Messi traf in 53 Pflichtspielen 45 Mal und Luis Suárez verzeichnete 31 Treffer in 50 Partien. Natürlich ist die Messlatte mit zwei der besten Angreifern der aktuellen Fußball-Generation sehr hoch gehängt, bei einer Ablöse im dreistelligen Millionenbereich muss sich Dembélé allerdings an diesen hohen Erwartungen messen lassen. In den vergangenen Wochen kam der Barça-Profi erstmals regelmäßig zum Einsatz und konnte seine Torgefährlichkeit steigern.

Drei Tore und fünf Vorlagen gelangen Dembélé in seinen letzten zehn Meisterschaftsspielen. Am vergangenen Mittwoch steuerte er zwei Treffer zum 5:1-Sieg gegen den FC Villarreal bei, es war sein erster Doppelpack für Barça. Trotzdem war Dembélé in den großen Duellen nicht dabei. Im letzten „Clásico“ gegen Real Madrid (2:2) saß er ebenso wie beim 1:0-Sieg gegen Atlético Madrid nur auf der Bank. Deshalb ist die fußballerische Perspektive des Rechtsaußen bei den Katalanen ungewiss. Im Winter verpflichtete der 25-malige spanische Meister Philippe Coutinho für 150 Millionen Euro vom FC Liverpool, im Sommer könnte Dembélés Landsmann Antoine Griezmann von Atlético folgen. Der Sommer-Neuzugang wird sich in der kommenden Vorbereitung und der darauffolgenden Spielzeit 2018/19 weiterhin beweisen müssen.