Der Kampf um die Plätze wird heißer

Die Verletztenliste bei Hannover 96 wird immer kürzer, das Gedränge um die Startelf- und Kaderplätze immer größer. Durch die bevorstehende Rückkehr eines Trios drohen 96-Coach André Breitenreiter weitere Härtefälle.

Martin Harnik musste am Samstag gegen den SC Freiburg erneut 84 Minuten warten, ehe er in der Schlussphase noch mithelfen durfte, die 2:1-Führung über die Zeit zu bringen. In den vergangenen neun Ligaspielen stand der Angreifer nur zweimal in der Startelf. In der Vorsaison hatte er Hannover mit 17 Treffern noch zum Aufstieg geschossen und in dieser Spielzeit mit fünf Toren in den ersten sieben Spielen gewaltigen Anteil am überraschend starken Start der „Roten“. Harnik ist nicht der einzige Härtefall für Breitenreiter, der auf vielen Positionen die Qual der Wahl hat. Mit Marvin Bakalorz und Kenan Karaman nehmen zwei weitere Säulen der Aufstiegself aktuell nur auf der Bank Platz, der ehemalige Kapitän Manuel Schmiedebach schaffte es in den vergangenen acht Partien nicht mal mehr in den Kader.

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Grund für die prominent besetzte Ersatzbank ist vor allem die höchst erfolgreiche Transferpolitik der Niedersachsen. Die Sommerzugänge Pirmin Schwegler, Julian Korb, Matthias Ostrzolek und Ihlas Bebou sind allesamt Stammspieler. Michael Esser überzeugte zweimal als Vertretung von Philipp Tschauner und setzt die zwischenzeitlich wackelnde Nummer eins der Niedersachsen immer stärker unter Druck. Im Januar kam noch Abwehrmann Josip Elez dazu, der Oliver Sorg auf die Bank verdrängte. Aus Verletzungsgründen noch vergleichsweise im Hintergrund geblieben, ist der neun Millionen Euro schwere Rekordtransfer Jonathas, der mit drei Treffern und drei Vorlagen in sieben Spielen seine Qualitäten als effizienter Angreifer aber bereits unter Beweis stellte.

Jonathas, Prib und Felipe verschärfen den Konkurrenzkampf

Der Brasilianer steht nach einem langwierigen Sehnenteilriss im Oberschenkel, der ihn seit November außer Gefecht setzt, vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining. Die langzeitverletzten Felipe (Sehnenriss) und Edgar Prib (Kreuzbandriss) trainieren bereits wieder mit der Team, bei beiden wird ebenfalls zeitnah mit einem Comeback gerechnet. Das 96-Lazarett lichtet sich also, alle drei Rückkehrer stellen Ansprüche auf die Startelf. Der flexibel einsetzbare Prib macht vor allem dem solide, aber selten überragend spielenden Ostrzolek auf der linken Seite Druck. Felipe, der vor seiner schweren Verletzung an den ersten vier Spieltagen in der Innenverteidigung einen hervorragenden Job machte, sitzt Elez und Sorg im Nacken.

Noch verzwickter wird für Breitenreiter das Luxusproblem in vorderster Front. Top-Torschütze Niclas Füllkrug (neun Treffer) ist dort aktuell gesetzt, neben Aufstiegsheld Harnik (sechs Treffer) drängt demnächst auch Jonathas wieder in die Startformation. „Wir haben jetzt die Auswahl, das macht es nicht leichter. Aber das sind Entscheidungen, die wir treffen müssen“, meinte Breitenreiter laut Sportbuzzer. Der 44-jährige Fußballlehrer sieht aber auch die Jokerrolle als Möglichkeit, sich zu beweisen – wie Harnik schon mehrfach bewies. „Martin hat die Qualität, wenn er reinkommt, für Schwung zu sorgen. Wir können ja nicht acht Stürmer aufstellen“, sagte er. Auch Jonathas wird sich nach seiner Rückkehr zunächst hinten anstellen müssen, sicher darf sich in der ersten Elf angesichts dieser Konkurrenz aber niemand fühlen.