Der Kampf um Kapitänsbinde und Stammplatz

Der VfL Wolfsburg weilte zur Vorbereitung auf die Rückrunde im spanischen Marbella. Die Niedersachsen wollen sich im neuen Jahr besser präsentieren. Auch die zentralen Mittelfeld-Positionen sollen dazu beitragen.

Der Spanier Ignacio Camacho musste sich Ende Oktober einer Operation am Sprunggelenk unterziehen. Im Winter-Trainingslager kehrte der 27-Jährige dann wieder ins Training zurück. Camacho war in der Hinrunde der zweitbeste Zweikämpfer der Bundesliga. Aus über 70 Prozent seiner Duelle ging er als Sieger hervor. Selbst die Kapitänsbinde trug der Sommer-Neuzugang in Abwesenheit von Mario Gómez schon am Arm. So geschehen bereits am dritten Spieltag gegen Hannover 96 (1:1). Nun ist Gómez im Winter wieder zu seinen Wurzeln nach Stuttgart zurückgekehrt und der VfL sucht einen neuen Kapitän. Camacho wäre mit seiner Erfahrung und Ruhe sicherlich eine gute Wahl.

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Der Ex-Málaga-Profi wird allerdings noch Zeit brauchen, bis er wieder eine Option für Pflichtspiel-Einsätze ist. Der zweite große Kandidat auf die Gómez-Nachfolge ist Maximilian Arnold. Der 23-Jährige spielt bereits seit 2009 beim VfL, zunächst in der Jugend, seit Ende 2011 bei den Profis. Arnold identifiziert sich mit den „Wölfen“ und wäre in der klassischen, hierarchischen Reihenfolge die logische Wahl als Spielführer. Im Sommer hatte er mit der U21 bei der Europameisterschaft in Polen gezeigt, dass er eine Mannschaft zum Erfolg führen kann. Allerdings zeigte der gebürtige Riesaer in der Vergangenheit allzu oft schwankende Leistungen.

Auch Guilavogui mit Außenseiterchancen

Arnold hat seinen Vertrag in Wolfsburg erst vor wenigen Tagen um zwei Jahre bis 2022 verlängert. Im neuen Arbeitspapier des Mittelfeldspielers ist keine Ausstiegsklausel verankert. Er scheint es ernst zu meinen mit dem VfL. Ob ihm bei der Vertragsverlängerung möglicherweise die Kapitänsbinde in Aussicht gestellt wurde, ist nicht bekannt. Arnold und Camacho konkurrieren allerdings nicht nur um die Führungsposition innerhalb der Mannschaft, sondern auch um einen Platz in der Startelf. Zwar ist Camacho generell defensiver orientiert als Arnold, dennoch agieren beide bevorzugt im zentralen Mittelfeld. Und genau dort ist ein weiterer Anwärter auf die Spielführerschaft zu finden.

Josuha Guilavogui werden zwar eher Außenseiterchancen zugeschrieben, dennoch wurde sein Name in den Medien schon genannt. Der 27-Jährige agiert ebenfalls im Mittelfeld und hat unter Trainer Martin Schmidt bislang seinen Stammplatz sicher. In der Hinserie absolvierte der Franzose 19 von 20 möglichen Pflichtspielen. Guilavogui spielt seit Sommer 2016 für die Wolfsburger und bringt seither solide seine Leistung. Zum Rückrundenauftakt in Dortmund (Sonntag, 18 Uhr) wird Camacho noch fehlen und Schmidt noch nicht vor die Qual der Wahl stehen. Doch sobald der Spanier wieder fit ist, wird der Übungsleiter sich eine Lösung überlegen müssen. Sowohl für das zentrale Mittelfeld als auch für das Amt des Kapitäns.