Die Rückkehr des Glubbs

Beim sozialromantischen Ruf nach „Traditionsvereinen“ wird der 1. FC Nürnberg gerne übergangen. Dabei sind die Erfolge der Vergangenheit das Blut, das den Verein am Leben hält.

Sein viertes Zweitligajahr in Folge bringt der FCN nun schon hinter sich. Eigentlich ein Unding für den so stolzen Verein aus dem Frankenland, ist der „Glubb“ doch nach wie vor Vize-Rekordmeister mit neun Meisterschaften in der Bundesliga. Nun wird die letzte mit dem neu angebrochenen Jahr allerdings auch schon wieder 50 Jahre alt und eine weitere wird vermutlich nicht so schnell dazukommen. Doch es gibt neue Ziele und neue Hoffnung, die mit alt bewährten Prinzipien genährt wird.

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Nach der enttäuschenden vergangenen Saison, an deren Ende der FCN zum ersten Mal seit 64 Jahren hinter dem Konkurrenten aus Fürth landete, wurde die Neuausrichtung vorangetrieben. Und die begann mit einem Fokus auf das Wesentliche: die eigene Stadt. Denn mit Michael Köllner übernahm der erfahrene Leiter der eigenen Nachwuchsabteilung die Lizenzmannschaft. Nebenbei wurde Fans sowie Mitgliedern ein kleiner Traum erfüllt: Die ortsansässige Consorsbank erwarb die Namensrechte am Heimstadion, ermöglichte allerdings die Änderung des Namens und damit die Widmung einer Vereinslegende. Seit Juli 2017 spielt Nürnberg im Max-Morlock-Stadion.

Stärke aus Einheit

Nun mag gerade Zweiteres eine Fußball-Mannschaft eher weniger bei der sportlichen Leistung unterstützen, doch zeigt es die aktuelle Stärke des Vereins. Der FCN baut wieder auf seine Identität, seine Historie und schafft damit eine besondere Einheit. Eine, die auch der Trainer lebt und seinen Spielern vermittelt. Zwar hat der Verein immer noch damit zu kämpfen, regelmäßig Leistungsträger abgeben zu müssen, wie zuletzt Cedric Teuchert oder Patrick Kammerbauer. Gleichzeitig wächst aber ein neues Selbstbewusstsein, auch selbst nach Akteuren zu greifen, die direkt die Mission Aufstieg unterstützen können.

Dieses Selbstbewusstsein schlägt sich auch auf dem Platz nieder. Aktuell steht der „Glubb“ bei sieben ungeschlagenen Partien in Folge, darunter ein Remis gegen Kiel und Siege gegen Düsseldorf (2:0) sowie Sandhausen (1:0), auf Rang zwei. Nach dem neuerlichen 1:0-Erfolg bei Union Berlin konnte Nürnberg sogar kurzzeitig die Tabellenspitze erklimmen. Das Ziel der Erstklassigkeit ist tatsächlich wieder präsent und möglich. Dafür bedarf es aber Ruhe und Erfahrung, die Trainer Köllner ausstrahlt. Und natürlich einer starken Einheit. Denn der „Glubb“ will nicht wieder irgendein Klub sein.