Fährmann: Schalkes Minimalismus-Minister

Der FC Schalke 04 hat aktuell einen Lauf. Königsblau konnte die letzten fünf Ligaspiele allesamt für sich entscheiden und ist auf Champions League-Kurs. Torhüter Ralf Fährmann ist dabei eine wichtige Säule.

Nicht zuletzt die Tatsache, dass S04 in den vergangenen fünf Partien nur ein einziges Gegentor bekommen hat und Fährmann in den letzten vier Spielen gar nicht mehr hinter sich greifen musste, sorgte für die Serie der „Knappen“. Obwohl sich die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco nach vorne aktuell sehr schwer tut (sieben Tore in fünf Spielen), gewinnt sie Spiele. Zuletzt reichten drei 1:0-Erfolge, um den zweiten Tabellenplatz zu festigen. Ein Mitgrund: Schalke kann sich auf seinen Schlussmann verlassen. Das Paradebeispiel lieferte er letztes Wochenende in Wolfsburg: Paul Verhaegh trat rund eine Viertelstunde vor Schluss zum Elfmeter an, doch Fährmann parierte und hielt S04 im Spiel. Es war der elfte Strafstoß, der gegen den Schalker verschossen wurde (neun gehalten, zwei daneben) – kein aktiver Schlussmann kann mehr vorweisen.

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Schon in den letzten Jahren war Fährmann immer einer der konstantesten Schalker. Obwohl es in jüngster Vergangenheit nicht optimal lief, war der Schlussmann stets ein sicherer Rückhalt. Einen Durchhänger allerdings hatte der 29-Jährige: Beim 1:2 gegen Bremen patzte er und leitete die Niederlage ein. Auch beim 1:2 in München eine Woche später sah der Keeper beim ersten Gegentreffer nicht gut aus. Fährmann ließ sich davon jedoch nicht beirren, sondern präsentierte sich anschließend umso stärker. Inzwischen ist er wieder auf Top-Niveau angekommen.

Keeper wird Rolle des Kapitäns gerecht

Neben seinen Leistungen auf dem Platz steuert der Torwart auch als Persönlichkeit viel zum aktuellen Erfolg von Königsblau bei. Seit Beginn dieser Saison ist Fährmann Kapitän und erfüllt seine Rolle par excellence. Obwohl er auf dem Rasen ganz hinten steht, geht er voran und treibt die Mannschaft an. Der 29-Jährige wirkt ruhig und besonnen und schafft es, auch gegenüber Medienvertretern stets einen kühlen Kopf zu bewahren, gleichzeitig aber Probleme offen anzusprechen. Ganz nebenbei ist Fährmann zudem eine absolute Identifikationsfigur und lebt den Mythos Schalke. So kommt es nicht von ungefähr, dass er nicht nur essentieller Stammspieler ist, sondern auch bei den Fans einen großen Stein im Brett hat.