Feiertag im Ruhrgebiet

Am Sonntag (15.30 Uhr) wird im Ruhrgebiet aus der schönsten Nebensache der Welt für etwas mehr als 90 Minuten bitterer Ernst. Dann trifft der FC Schalke 04 im Revierderby auf Lokalrivale Borussia Dortmund.

Königsblau geht als Tabellenzweiter ins Duell mit dem BVB. Nach einer Serie von sechs Siegen hintereinander gab es am vergangenen Spieltag allerdings einen kleinen Rückschlag zu verkraften: S04 verlor mit 2:3 beim Hamburger SV und verpasste es, einen Vereinsrekord von sieben aufeinanderfolgenden Siegen aufzustellen. Mehr als das Ergebnis überraschte jedoch die Art und Weise wie Schalke beim stark abstiegsbedrohten „Dino“ auftrat. Die Körpersprache stimmte nicht und S04 wirkte nicht voll bei der Sache. Mentalität allerdings wird im Derby kein Problem sein. Von Haus aus ist jeder Spieler, der ein solches Spiel absolviert, bis in die Haarspitzen motiviert. Und spätestens seit der Aufholjagd im Hinspiel, als Königsblau aus einem 0:4 ein 4:4 machte, weiß die Fußball-Welt, dass die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco nicht aufsteckt. Trotz der Nehmer-Qualitäten wird Schalke am Sonntag sicher versuchen, selbst die Richtung vorzugeben.

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„Wir brauchen einen klaren Kopf und müssen mutig spielen“, forderte Tedesco am Freitag. Dabei warnte er vor dem Dortmunder Team und lobte Trainer Peter Stöger dafür, dass er Schwarz-Gelb „enorm stabilisiert“ habe. Der Schalker Trainer selbst musste innerhalb seiner eigenen Mannschaft unter der Woche eine Hiobsbotschaft hinnehmen: Matija Nastasić wird in dieser Bundesliga-Saison kein Spiel mehr absolvieren können. Beim 2:3 in Hamburg zog er sich eine Blessur am Kreuzband zu. Beim zuletzt starken Breel Embolo besteht trotz eines kleinen Muskelfaserrisses Hoffnung auf einen Einsatz. Es sei „nicht unwahrscheinlich“, dass der Stürmer spielen könne, sagte Tedesco.

Stöger mit großem Respekt vor Königsblau

Der BVB steht trotz einer spielerischen Krise zumindest punktetechnisch gut da und reiht sich nur einen Zähler hinter Schalke auf dem dritten Tabellenplatz ein. So geht es für Schwarz-Gelb nicht nur darum, das Prestige einzufahren, das ein Sieg im Derby mit sich bringt. Vielmehr will Dortmund auch in der Tabelle am Rivalen vorbeiziehen und einen entscheidenden Schritt in Richtung Qualifikation für die Champions Lesuge machen. Dank eines 3:0-Erfolgs gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Spieltag ist das am Sonntag wieder möglich. Vom 0:6 in München hat sich der BVB gegen die Schwaben rehabilitiert. Auch wenn es ein Duseltor von Christian Pulisic gebraucht hat, um Spielfreude und Selbstbewusstsein zurückzugewinnen. In der zweiten Hälfte gegen den VfB schien das alte Dortmund wieder aufzublitzen.

Vor S04 warnte Stöger am Freitag ausdrücklich. „Ich habe großen Respekt davor, wie Schalke in dieser Saison auftritt. Sie haben eine gute Organisation und viel Teamgeist“, sagte er. Als Trainer hat er in der Veltins Arena noch nie verloren. Deshalb, sagte Stöger, fahre er gerne in „dieses Stadion“. Einen Favoriten wollte er für die Partie am Sonntag jedoch nicht benennen. Innenverteidiger Manuel Akanji steht nach muskulären Problemen wieder zur Verfügung und auch Andrey Yarmolenko mache „einen guten Eindruck“, sagte Stöger.

FC Schalke 04: Fährmann – Stambouli, Naldo, Kehrer – Caligiuri, Bentaleb, Meyer, Oczipka – Harit, Goretzka – Burgstaller

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Schmelzer – Sahin, Dahoud – Pulisic, Reus, Philipp – Batshuayi

Tabellensituation, Form, vorherige Spiele – all diese Faktoren spielen im Derby keine Rolle. Ein Derby hat immer Pokal-Charakter und kann in beide Richtungen kippen. Nicht zuletzt das Hinspiel zeigte, wie schnell sich die Ereignisse überschlagen können. Die Mutter aller Derbys verspricht wie immer spannend und hitzig zu werden.