Frankfurt im Halbfinale – Mainz schlägt sich selbst

Eintracht Frankfurt hat am Mittwochabend den 1. FSV Mainz 05 im Viertelfinale des DFB-Pokals mit 3:0 (1:0) bezwungen. Damit lebt der Traum der Hessen von der erneuten Finalteilnahme weiter.

Eintracht-Coach Niko Kovač nahm nach der 0:3-Niederlage beim FC Augsburg am Wochenende vier Veränderungen in seiner Startformation vor. Marco Russ, Danny da Costa, Jetro Willems und Ante Rebić ersetzten Simon Falette, Mijat Gaćinović, Timothy Chandler und Luka Jović. Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz wirbelte seine Anfangself im Vergleich zum 0:2 gegen den FC Bayern München ordentlich durcheinander. René Adler kehrte nach seiner Oberschenkelverletzung für den am Auge verletzten Robin Zentner ins Tor des FSV zurück. Außerdem veränderte Schwarz das System. Statt mit einem 4-2-3-1 ließ der 39-Jährige sein Team in einem 3-3-2-2-System spielen. Ansonsten begannen Karim Onisiwo, Nigel de Jong, Daniel Brosinski, Suat Serdar, Robin Quaison und Anthony Ujah anstelle von Giulio Donati, Jean-Philippe Gbamin, Levin Öztunali, Alexandru Maxim, Gerrit Holtmann und Yoshinori Mutō.

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Den ersten Torschuss der Partie konnten die Gäste verzeichnen. Serdar gab aus 20 Metern einen Drehschuss ab, der allerdings direkt in den Armen des Frankfurter Schlussmanns Lukáš Hrádecký landete (3.). In der Folge übernahmen die Hausherren die Kontrolle über das Spiel und wurden gefährlicher. Rebić versuchte sich aus 18 Metern, schoss aber über das Mainzer Gehäuse (6.). Russ kam nach einer Ecke von Marius Wolf zum Kopfball, konnte Adler allerdings nicht vor Probleme stellen (10.). Diese bescherte er sich wenig später selbst. Der Ex-Nationaltorhüter verstolperte nach einem Rückpass den Ball. Wolf bediente Rebić und der Kroate musste nur noch ins leere Tor einschieben (17.).

Die Eintracht blieb zunächst dran. Kevin-Prince Boateng versuchte sich per Direktabnahme nach einer Freistoßflanke von der linken Seite (28.). Der Winkel war allerdings zu spitz, Boateng traf nur das Außennetz. Aufseiten der Mainzer probierte es Danny Latza aus der Distanz (35.). Sein Abschluss geriet aber zu hoch. Beide Teams kamen nach dem Frankfurter Führungstreffer kaum mehr zu Torgelegenheiten. Mainz fand keine Mittel gegen die sicher stehende Abwehr der Eintracht und die „Adler“ verwalteten das Geschehen souverän, ohne energisch auf das zweite Tor zu drängen.

Hacks Fehler besiegeln die Niederlage

Die 05er kamen entschlossener und druckvoller aus der Kabine. Eine abgerutschte Flanke von Brosinski fand beinahe ihren Weg ins Tor der Eintracht (49.). Doch die Gäste machten sich nach Adlers Patzer in Hälfte eins auch im zweiten Durchgang das Leben selbst schwer. Stefan Hack lenkte beim Klärungsversuch eine flache Hereingabe von Sébastien Haller ins eigene Tor und erwischte seinen Keeper auf dem falschen Fuß (53.). Und das Mainzer Fehlerfestival ging weiter. Erneut war es Hack, der diesmal am eigenen Strafraum den Ball verlor. Omar Mascarell ließ Adler im Anschluss per Heber keine Chance und vollendete zum 3:0 nach etwas mehr als einer Stunde (62.).

Der dritte Frankfurter Treffer raubte den Gästen den Glauben. Mainz spielte in der Schlussphase nur noch sporadisch nach vorne, während die Hessen noch einige gute Angriffe zeigten, denen es allerdings letztlich an Präzision fehlte. Zu allem Überfluss dezimierten sich die Rheinhessen auch noch selbst. Latza sah nach einem groben Foulspiel an den eingewechselten Marco Fabián von Schiedsrichter Deniz Aytekin die Rote Karte (82.). In den letzten Minuten der Partie sehnten sich zehn Mainzer den Abpfiff herbei.

Eintracht Frankfurt steht verdient im Halbfinale des DFB-Pokals. Die „Adler“ waren von Beginn weg entschlossener und offensiver als die Gäste aus Rheinland-Pfalz. Mainz besiegte sich in letzter Konsequenz durch drei kapitale individuelle Fehler und die fehlende offensive Durchschlagskraft selbst.