Frankfurter Kampfesmut gegen Gladbacher Spielwitz

Will Eintracht Frankfurt den Traum von Europa realisieren, muss die Heimbilanz verbessert werden. Im Duell mit Borussia Mönchengladbach können die Hessen am Freitagabend einen Big Point landen. Doch auch die „Fohlen“ wollen zurück ins internationale Geschäft.

Neun Punkte aus neun Heimspielen – für Niko Kovač ist es ein Leichtes zu sehen, wo die Eintracht noch Verbesserungsbedarf hat. Während es auswärts nämlich rund läuft bei den Hessen, besteht bei der Ausbeute im Stadtwald noch einige Luft nach oben. „Sicher nicht von heute auf morgen“ könne man das Problem lösen, räumte der Frankfurter Erfolgstrainer ein, versprach mittelfristig aber Besserung. „Tag für Tag“ arbeite die Mannschaft an der Problematik, die „Tendenz“ gehe „in die richtige Richtung“. Nachdem es im vergangenen Heimspiel vor zwei Wochen ein enttäuschendes 1:1 gegen Freiburg gegeben hatte, wollen die Hessen nun am Freitag an die zuletzt gezeigte Auswärtsleistung anknüpfen. „Wir sind gewillt, das Ergebnis vom vergangenen Wochenende zu bestätigen. Wir möchten uns für das, was wir uns auswärts erarbeitet haben, auch zu Hause belohnen“, sagte Kovač mit Blick auf das jüngste 3:1 in Wolfsburg. Die Fans dürften solche Ankündigungen gerne hören. Punkten die Frankfurter nämlich demnächst auch noch daheim konstant, könnte der Traum von der Europapokal-Qualifikation wahr werden. Aktuell beträgt der Rückstand des Tabellensiebten auf Rang zwei nur einen Punkt – sogar ein Champions League-Coup scheint möglich.

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Der Europapokal ist allerdings auch das ausgemachte Ziel der Gladbacher. Nach einem enttäuschenden neunten Platz im Vorjahr soll in der aktuellen Saison mindestens die Qualifikation für die Europa League her. Mit aktuell Rang fünf sind die „Fohlen“ entsprechend im Soll. Ein Nachlassen allerdings kann sich das Team angesichts der engen Tabellenkonstellation keineswegs erlauben. Entsprechend hofft Dieter Hecking, dass seine Mannen am Freitag die Leistung vom jüngsten 2:0-Sieg gegen Augsburg bestätigen. Gegen Frankfurt allerdings erwartet der Trainer ein hartes Stück Arbeit: „Eintracht Frankfurt ist ein wenig das Gegenmodell zu uns: eine sehr robuste Spielweise, viel Athletik, viele Zweikämpfe und manchmal auch eine provozierende Spielweise“, nannte Hecking die Qualitäten des kommenden Gegners. Zurückgreifen kann der 53-Jährige in Frankfurt voraussichtlich wieder auf Christoph Kramer. „Ein Kandidat für die Startelf“ sei der Mittelfeldspieler, sagte Hecking am Donnerstag. Verdrängen dürfte Kramer voraussichtlich Michaël Cuisance.

Eintracht Frankfurt: Hrádecký – Salcedo, Hasebe, Falette – Wolf, Mascarell, Chandler – Boateng, Gaćinović – Haller, Rebić

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt – Kramer, Zakaria – Herrmann, Hazard – Stindl, Raffael

Zwei Welten prallen am Freitag aufeinander. Mit völlig unterschiedlichem Auftreten nämlich haben Frankfurt und Gladbach bislang die Punkte gesammelt. Während die Eintracht vor allem mit Aggressivität und Kompaktheit glänzt, liegt das Pfund der „Fohlen“ in der individuellen Klasse vor allem der Offensive. „Auf Augenhöhe“ sei Frankfurt, hatte vorab Borussen-Coach Hecking erklärt; sein Gegenüber Kovač erwartet eine „offene Partie“. Dabei würde es nicht wundern, sollte die Eintracht auch die Gladbacher niederkämpfen. Mehrfach nämlich hat sich der Tabellenfünfte in dieser Saison schon anfällig gegen aggressive Gegner gezeigt.