Frankreich in Gala-Form, enger Kampf um Platz zwei

Das in der Breite exzellent besetzte Frankreich dreht bereits vor der WM groß auf und zählt zu den Favoriten. Peru und Dänemark hoffen auf Platz zwei, Australien hat geringe Erwartungen. Die Gruppe C der WM in der Vorschau.

Mit einem spektakulären 3:1-Sieg im Testspiel gegen Italien stellte Frankreich unter Beweis, welch herausragende Klasse der EM-Finalist von 2016 nach Russland mitbringt. Von Paul Pogba über Kylian Mbappé bis zu Antoine Griezmann ist die Elf von Trainer Didier Deschamps gespickt mit Spielern von Weltklasse-Format. Und auch in der Breite strotzt das 23-köpfige Aufgebot der Franzosen vor Qualität. So müssen 147-Millionen-Euro-Mann Ousmane Dembélé, Benjamin Mendy von Manchester City und Bayerns Corentin Tolisso womöglich mit einem Bankplatz vorlieb nehmen. Für Kingsley Coman und Anthony Martial war nicht einmal Platz im Kader. Schlagen kann sich der Weltmeister von 1998 in dieser Gruppe eigentlich nur selbst – mit blamablen Auftritten wie in der Qualifikation gegen Weißrussland (0:0) und Luxemburg (0:0).

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Der Star ist die Mannschaft: Dieses Motto gilt bei Australien gezwungenermaßen – in Ermangelung an Ausnahmekönnern im Aufgebot. Einer der prominentesten Spieler ist Matthew Leckie von Hertha BSC, zu den Köpfen des Teams zählen außerdem Mittelfeldabräumer und Kapitän Mile Jedinak sowie Sturmtank Tomi Juric. Trainer Bert van Marwijk, der erst seit Januar 2018 im Amt ist, setzt daher notgedrungen auf eine konservative Defensivtaktik. In der Qualifikation setzten sich die „Socceroos“ immerhin weitgehend sorgenfrei durch. In zehn Spielen setzte es nur eine Niederlage gegen Japan (0:2).

Peru ist erstmals seit 36 Jahren wieder bei einer WM dabei – entsprechend groß ist auch die Vorfreude. Mit der Qualifikation für die Gruppenphase ist die Mannschaft von Ricardo Gareca längst nicht zufrieden, der Achtelfinal-Einzug ist das Ziel. Dabei können die Südamerikaner neben Jefferson Farfán auf einen weiteren Ex-Bundesliga-Profi setzen: Paolo Guerrero darf bei der WM spielen, die 14-monatige Sperre wegen eines positiven Dopingtests im Oktober wurde provisorisch ausgesetzt. Für den 34-Jährigen erfüllt sich damit ein Traum, den die Peruaner als Team noch vergolden wollen. Die Frühform vor dem Turnierbeginn stimmt jedenfalls: Aus den jüngsten fünf Testspielen gegen Kroatien (2:0), Island (3:1), Schottland (2:0), Saudi-Arabien (3:0) und Schweden (0:0) holte Peru vier Siege bei nur einem Gegentor.

Der härteste Konkurrent um das Weiterkommen wird nach Frankreich voraussichtlich Dänemark sein. Die Skandinavier können sich vor allem auf einen Mann verlassen: Christian Eriksen. Der 26-jährige Mittelfeldregisseur von Tottenham Hotspur steuerte in der Qualifikation elf Tore und vier Vorlagen bei und war damit an 15 von 20 Treffern direkt beteiligt. Der sprint- und dribbelstarke „Zehner“ ist der Kopf des Teams, aber freilich nicht der einzige Hoffnungsträger im Aufgebot von Nationalcoach Åge Hareide. BVB-Neuzugang Thomas Delaney gefällt als torgefährlicher Sechser, Andreas Christensen und Simon Kjær bilden eine hochklassige Abwehrzentrale und vorne sorgt unter anderem Yussuf Poulsen von Bundesligist RB Leipzig für Wirbel. Im Tor glänzt Kasper Schmeichel als routinierter Rückhalt.

An Frankreich führt in dieser Gruppe kein Weg vorbei, „Les Bleus“ dürften sich Platz eins sichern. Interessanter wird der Kampf um Platz zwei. Sowohl Peru als auch Dänemark machen sich realistische Hoffnungen, Australien will als Außenseiter ebenfalls ein Wörtchen mitreden.