Füllkrug und Harnik: Doppelspitze mit Zukunft?

Martin Harnik und Niclas Füllkrug haben einen gewaltigen Anteil am Klassenerhalt von Hannover 96. Im Saison-Endspurt harmonierte das Angriffs-Duo nach langer Zeit mal wieder gemeinsam auf dem Platz. Auch für die kommende Saison taugen die beiden Torjäger als Hoffnungsträger.

27 von 50 Hannoveraner Pflichtspiel-Treffern gingen in dieser Saison auf das Konto von Harnik und Füllkrug – mehr als die Hälfte also. Am letzten Spieltag gegen Bayer Leverkusen (2:3) rundeten beide mit jeweils einem Tor in der Nachspielzeit ein insgesamt gelungenes Jahr ab. Füllkrug egalisierte mit seinem 14. Saisontreffer den Rekord von Fredi Bobic und Didier Ya Konan, niemandem sonst glückten mehr Tore in einer Spielzeit. Und Harnik, der auch noch den Assist zu Füllkrugs Treffer gab, beendete eine zwischenzeitlich schwierige Saison mit einem Erfolgserlebnis. „Mit Niclas Füllkrug haben wir zwei zusammen über 20 Saisontore, was für ein Sturm-Duo bei einem vermeintlichen Abstiegskandidaten sogar richtig gut ist“, hatte der Österreicher schon vor dem Leverkusen-Spiel bilanziert. Zuletzt glänzten die beiden auch mal wieder gemeinsam, was in dieser Spielzeit kurioserweise Seltenheitswert hatte.

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Denn oft schien es so, als laufe es immer für den anderen schlechter, sobald es für den einen gut läuft. In den ersten Monaten musste Füllkrug sich als Bankdrücker gedulden, während Harnik mit fünf Toren in den ersten sieben Spielen großen Anteil am starken Start des Aufsteigers hatte. Dann wurden die Einsatzzeiten des 30-jährigen Routiniers weniger, auch weil er immer wieder krankheitsbedingt zurückgeworfen wurde. Füllkrug nutzte die Chance und schwang sich spätestens mit seinem Dreierpack zum Rückrundenauftakt gegen den 1. FSV Mainz 05 (3:2) zum Stürmer Nummer eins auf. Harnik suchte dagegen lange nach seiner Form und war meist nur noch Joker.

Füllkrug verkaufen? Kind: „Macht keinen Sinn“

Erst in den letzten Wochen der Saison setzte Trainer André Breitenreiter verstärkt auf eine Doppelspitze – mit Erfolg. Als Musterbeispiel dient der 2:1-Heimsieg gegen Werder Bremen. Füllkrug und Harnik starteten gemeinsam und beeindruckten sowohl als enorm fleißige Arbeiter gegen den Ball als auch als offensive Gefahrenherde. Harnik belohnte sich für seinen starken Auftritt gar mit seinem ersten Tor nach mehr als vier Monaten. Seitdem wirbelten die beiden Angreifer häufiger nebeneinander und zeigten auch gegen Hertha BSC (Füllkrug Tor und Vorlage, Harnik Tor) und in Leverkusen, dass dieses Modell für Belebung in der zeitweise doch arg harmlosen 96-Offensive sorgt. Nicht verwunderlich ist daher, dass die 96-Verantwortlichen die beiden Torgaranten keinesfalls abgeben wollen. Das Duo steht noch bis 2020 unter Vertrag, eine Ausstiegsklausel besitzt dem Vernehmen nach keiner der beiden. Hannover hat das Heft des Handelns also in der Hand.

Interessenten gibt es vor allem bei Füllkrug. Mehrere englische Klubs, darunter Newcastle United und Leicester City, sollen den kantigen Stoßstürmer auf dem Zettel haben. Präsident Martin Kind erklärte den Publikumsliebling laut Bild aber vorerst für unverkäuflich: „Wenn man einen Füllkrug abgeben würde, zum Beispiel für acht oder zehn Millionen Euro, dann bräuchte man ja auch Ersatz und würde vielleicht mehr ausgeben müssen als man einnimmt. Das macht keinen Sinn.“ Dass Vereine von der Insel für vergleichbare Spieler zuletzt auch weit mehr Geld in die Hand genommen haben, dürfte Kind aber auch bewusst sein. Ein neuer Stürmer soll ohnehin kommen. Nachdem man bei Kölns Yūya Ōsako (wechselt nach Bremen) abblitzte, soll ein weiterer Japaner kurz vor dem Wechsel an die Leine stehen. Der zuletzt vom FC Arsenal an den VfB Stuttgart ausgeliehene Takuma Asano steht nach Kicker-Informationen kurz vor der Unterschrift bei 96. Nachwuchsstürmer Elias Huth, der in der zurückliegenden Saison an den FC Rot-Weiß Erfurt ausgeliehen war, wird hingegen nicht nach Hannover zurückkehren. Der 21-Jährige wechselt zum 1. FC Kaiserslautern in die dritte Liga.