Gegenläufige Entwicklungen: Stuttgart gegen Hamburg

Unterschiedlicher könnten die Gefühlswelten zweier Vereine kaum sein: Während der VfB Stuttgart unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut noch kein einziges Spiel verloren hat und sich weit von den Abstiegsrängen distanzieren konnte, steht der Hamburger SV bereits mit einem Bein in der zweiten Liga.

Am 29. Januar hatte Korkut den VfB als Nachfolger des geschassten Hannes Wolf übernommen. Damals betrug der Vorsprung der Schwaben auf den Relegationsrang gerade einmal drei Punkte. Auch der kommende Gegner, der HSV, auf dem ersten Abstiegsplatz war nur vier Zähler entfernt. Doch unter dem neuen Coach fanden die Stuttgarter zurück in die Erfolgsspur. Aus den letzten sieben Partien holte das Team 17 Punkte, mit Korkut an der Seitenlinie ging der VfB noch nie als Verlierer vom Platz. Mittlerweile beträgt der Vorsprung auf die Norddeutschen stolze 19 Zähler und auch den Relegationsplatz konnten die Süddeutschen auf zwölf Punkte distanzieren. Der VfB ist in der Formtabelle der letzten fünf Spieltage die zweitbeste Mannschaft der Bundesliga. Dennoch forderte Korkut Respekt vor den Hamburgern: „Wir gehen nicht mit dem Gedanken ins Spiel, dass der HSV leicht zu schlagen ist.“ Innenverteidiger Timo Baumgartl steht für die Partie am Samstag aufgrund einer leichten Gehirnerschütterung nicht zur Verfügung.

- Anzeige -

Die Entwicklung in Hamburg ist beinahe gegenläufig zu der des VfB. Seit 14 Partien warten die Norddeutschen nun schon auf ein Erfolgserlebnis. Die 1:2-Pleite gegen Hertha BSC am vergangenen Spieltag hatte zur Folge, dass der Bundesliga-„Dino“ nun sogar auf dem letzten Tabellenplatz steht. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt sieben Punkte. Während Stuttgart vom zweiten Platz der Formtabelle grüßt, belegen die „Rothosen“ auch hier den letzten Rang. Nur ein einziges Pünktchen holten die Hamburger aus den letzten fünf Spielen. Die sportliche Krise, in Kombination mit den personellen Änderungen des neuen Trainers Christian Titz, hatte zuletzt für Unmut bei den Profis gesorgt. Walace verweigerte das Auslaufen mit der U21 und wurde nun permanent in ebenjene zurückbeordert. Auch Innenverteidiger Mergim Mavraj wird bis auf Weiteres nicht mehr zum Profikader gehören. Außerdem wird Titz am Samstag auf die von der Länderspielreise ausgelaugten Bobby Wood und Kyriakos Papadopoulos verzichten. Auch Albin Ekdal fehlt aufgrund von Sprunggelenksproblemen im Aufgebot der Hamburger.

VfB Stuttgart: Zieler – Pavard, Kamiński, Badstuber, Insúa – Aogo – Ascacíbar – Thommy, Gentner – Gómez, Ginczek

Hamburger SV: Pollersbeck – Sakai, Jung, van Drongelen, Douglas Santos – Steinmann – Hahn, Hunt, Holtby, Kostić – Arp

Der VfB Stuttgart könnte mit einem Sieg über die Norddeutschen bis auf drei Punkte an die europäischen Ränge heranrücken. Den Schwaben wird allerdings wichtiger sein, dass sie bei einem Erfolg die oft genannte 40-Punkte-Marke erreicht hätten. Der Hamburger SV dagegen hat am Samstag (15.30 Uhr) im zweiten Spiel unter Übungsleiter Titz wieder einmal die Chance, ein wenig Boden auf den Relegationsrang und die Nicht-Abstiegsplätze gut zu machen.