Ginczek und Weghorst: Neue Sturmgewalt in Wolfsburg

Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Der Angriff des VfL Wolfsburg hinkte in der abgelaufenen Saison den Ansprüchen deutlich hinterher. Geschäftsführer Jörg Schmadtke hat bereits reagiert: zwei Stürmer verließen die „Wölfe“, mit Daniel Ginczek und Wout Weghorst kommen dafür zwei Neue, die vor allem Wucht und einen ausgeprägten Torriecher mitbringen.

Kaum ein Angriff der Liga wies nach der Saison eine derart schwache Ausbeute auf wie der des VfL. Mario Gómez, der im Winter nach Stuttgart wechselte, Divock Origi, Landry Dimata und Victor Osimhen erzielten insgesamt nur sieben Tore, sechs davon gingen auf das Konto von Origi. Kein Wunder also, dass sich gerade auf der Position des Mittelstürmers etwas tun musste – zumal in Origi der einzige halbwegs überzeugende Stürmer nach Leihende zum FC Liverpool zurückkehrte. Binnen weniger Tage präsentierten die „Wölfe“ mit Ginczek und Weghorst zwei Verstärkungen für die vorderste Front, der enttäuschende Zehn-Millionen-Euro-Mann Dimata wurde an den RSC Anderlecht verliehen. Der Neuaufbau in der Offensive nimmt damit Formen an – künftig sollen wieder klassische „Neuner“ in der Autostadt für Furore sorgen.

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Der Niederländer Weghorst bringt das Gardemaß von 1,97 Metern mit und erzielte in der vergangenen Saison in 37 Pflichtspielen 27 Treffer für AZ Alkmaar. Damit verkörpert er den Typ „Vollblutstürmer“, den Wolfsburg zuletzt schmerzlich vermisst hat. „Wout Weghorst hat in den letzten beiden Spielzeiten in Alkmaar konstant gute Leistungen abgeliefert und sich dabei stetig weiterentwickelt. Mit seiner Spielweise und Mentalität sollte er gut in die Bundesliga passen“, zeigte sich Geschäftsführer Schmadtke zufrieden mit der Verpflichtung des 25-jährigen Hünen, der in seiner Karriere bereits dreimal das Trikot der niederländischen Nationalelf trug.

Ginczek kann auch mit Weghorst funktionieren

Für mehr Torgefahr soll auch Ginczek sorgen, der vom VfB Stuttgart kam. Der 27-Jährige misst ebenfalls stolze 1,91 Meter und war für die Schwaben in 25 Spielen achtmal erfolgreich. Der Vorteil zudem: Beim VfB wich er häufiger auch auf die Flügel aus, da Gómez in der Sturmspitze gesetzt war. Das gibt Trainer Bruno Labbadia die Möglichkeit, Ginczek und Weghorst auch zusammen aufzustellen. „Daniel ist ein ziemlich kompletter Stürmer, ich bin total überzeugt von ihm. Mit seiner Spielweise ist er die ideale Ergänzung zu unserem anderen Sturm-Neuzugang Wout Weghorst“, sagte Schmadtke.

Im Gegenzug für Ginczek musste Wolfsburg allerdings Daniel Didavi nach Stuttgart ziehen lassen, der offensive Mittelfeldakteur war in der vergangenen Saison wettbewerbsübergreifend mit zehn Treffern und sieben Vorlagen Top-Scorer der „Wölfe“. Damit bricht dem VfL nicht nur ein torgefährliches Element weg, auch einer der wichtigsten potenziellen Zulieferer für Ginczek und Weghorst fehlt künftig. Auffangen soll diese Lücke unter anderem Felix Klaus, der aus Hannover kommt. Der Blondschopf kann im offensiven Mittelfeld alle Positionen spielen und ist ebenfalls als wichtiges Puzzleteil in der runderneuerten Wolfsburger Angriffsabteilung eingeplant.