Gladbach: Der Trend ist gefährlich

Punktgleich mit dem Tabellendritten Borussia Dortmund überwinterten die „Fohlen“ auf Platz sechs. Vier Spiele und drei Niederlagen später ist die Elf vom Niederrhein auf Rang acht abgerutscht. Dass der Abstand nach oben noch überschaubar ist, hat vor allem mit der Inkonstanz der Konkurrenten zu tun.

Die kommenden Spiele werden Aufschluss darüber geben, in welche Richtung sich die Saison für Borussia Mönchengladbach entwickelt. Kann sich die Borussia oben festbeißen und um Europa mitkämpfen – oder fallen die „Fohlen“ weiter zurück ins Niemandsland der Tabelle? Am Sonntag (15.30 Uhr) gastieren die „Fohlen“ beim VfB Stuttgart. Am darauffolgenden Wochenende (Sonntag, 18 Uhr) wird die Namenscousine aus Dortmund im heimischen Borussia-Park erwartet.

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Zu Beginn des Jahres stand am 18. Spieltag das mit Spannung erwartete Derby bei Tabellenschlusslicht 1. FC Köln an. In der fünften Minute der Nachspielzeit erzielte FC-Neuzugang Simon Terodde den 2:1-Siegtreffer für den Gastgeber. Kurz zuvor war der Borussia ein Elfmeter verweigert worden. „Das ist für mich ein ganz klarer Elfmeter“, hatte der gefoulte Jonas Hofmann im Anschluss gesagt. Matthias Ginter attestierte der Mannschaft „keine schlechte, aber auch keine gute Leistung“.

Borussia hadert mit den Schiedsrichtern

Eine Woche später wurde der FC Augsburg am Niederrhein empfangen. Das Spiel konnte verdient mit 2:0 gewonnen werden. „Das Einzige, was ich kritisch anmerken muss, ist, dass wir das 2:0 früher hätten nachlegen müssen. Die Chancen dafür waren da. So aber hat Augsburg immer am möglichen Punktgewinn riechen können“, kommentierte Trainer Dieter Hecking die Begegnung anschließend. Erst in der letzten Minute erzielte Thorgan Hazard das erlösende Tor für die Borussia. Auch mit der Schiedsrichterleistung war Hecking nicht vollends zufrieden: „Es gab zwei, drei Situationen, in denen wir etwas Pech hatten, was die Entscheidungen angeht.“

Im darauffolgenden Spiel gastierte die „Fohlenelf“ in der Commerzbank-Arena bei Eintracht Frankfurt. Am Ende verlor die Borussia nicht nur das Spiel mit 0:2, sondern musste auch Torwart Yann Sommer und Linksverteidiger Oscar Wendt verletzungsbedingt auswechseln. „Wir hatten vier richtig gute Chancen. Davon muss mal einer reingehen, wenn man etwas mitnehmen will. Zudem haben wir momentan etwas Pech, was die Schiedsrichterentscheidungen angeht“, fasste Kapitän Lars Stindl das Spiel zusammen. Zuvor hatte Schiedsrichter Marco Fritz – zum Unverständnis der Gladbacher – Ante Rebić nach einem harten Einsteigen gegen Patrick Herrmann „nur“ mit der Gelben Karte bestraft und ein vermeintliches Foul an Jannik Vestergaard nicht mit einem Elfmeter bedacht. Zu allem Überfluss vergab Hazard in der 78. Minute einen Elfmeter.

„Es gehört auch immer ein bisschen Glück dazu“

Am vergangenen Samstag begrüßten die „Fohlen“ den direkten Konkurrenten aus Leipzig im Borussia-Park. Beide Mannschaften begegneten sich während der 90 Minuten auf Augenhöhe. Bezeichnend für die aktuelle Situation der Borussia erzielte jedoch Joker und Last-Minute-Neuzugang Ademola Lookman kurz vor Abpfiff den Siegtreffer für die Gäste. „Wir hatten zwei oder drei sehr gute Torchancen, die wir aber leider nicht genutzt haben. […] Ich will das Spiel aber nicht schlecht reden, weil ich finde, dass wir auch wieder ganz viel Positives gemacht haben. Aber man muss halt auch mal ein Tor schießen“, kritisierte Christoph Kramer im Nachgang die abermals mangelnde Chancenverwertung. „Es kommen im Moment viele Faktoren zusammen, und es gehört auch immer ein bisschen Glück dazu, dass so ein Ball mal reingeht.“

Für die kommenden Spiele zählt es nun also, die richtigen Lehren aus vergangenen Partien zu ziehen. Immerhin lichtet sich allmählich das Lazarett der Borussen, die in den letzten Wochen auf bis zu neun Spieler verzichten mussten. Am Dienstag kehrte László Bénes nach seinem Mittelfußbruch ins Mannschaftstraining zurück. Bei Torhüter Sommer und Raffael wird von Tag zu Tag über eine Rückkehr entschieden. Optionen, auf die Trainer Hecking in den anstehenden, richtungsweisenden Wochen gerne zurückgreifen wird.