Gladbach: Schlechte Stimmung trotz Befreiungsschlag

Aufatmen in Mönchengladbach: Nach vier sieglosen Spielen in Folge gelang der Borussia gegen Hertha BSC (2:1) ein Befreiungsschlag. Gute Laune wollte dennoch nicht aufkommen im Borussia-Park.

Die schwachen Leistungen der Rückrunde – und dazu zählten auch die ersten 70 Minuten gegen Berlin – haben am Niederrhein ihre Spuren hinterlassen. Trainer Dieter Hecking sah sich genötigt, seine Mannschaft gegen die Anfeindungen in Schutz zu nehmen. „Wenn einige wenige Fans meinen, nach dem Spiel unseren Torwart anzugehen, finde ich das sehr, sehr bedenklich. Das hat bei uns im Stadion nichts zu suchen“, sagte er. Schlussmann Yann Sommer hatte sich die Häme von der Tribüne nicht gefallen lassen und die Tumulte ausgelöst. Weltmeister Christoph Kramer, Matthias Ginter und Lars Stindl versuchten zu schlichten, doch die Stimmung war längst vergiftet.

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Nach vier sieglosen Spielen in Folge wusste Hecking genau, „was hier los gewesen wäre“, wenn der eingewechselte Thorgan Hazard die Partie mit seinem Doppelpack (75./79.) nicht gedreht hätte. „Langsam und behäbig“ sei das Spiel seiner Elf gewesen, wie so häufig in den letzten Wochen. „Dass Leichtigkeit und Selbstverständnis fehlen, wissen wir auch so. Dafür brauchen wir keinen Pfiff“, sagte Hecking verstimmt. „Es war ein Sieg des Willens, darüber freuen wir uns riesig“, sagte Stindl und schickte eine Botschaft an die verärgerten Fans: „Für die Art und Weise brauchen wir uns nicht zu entschuldigen.“

Matchwinner Hazard kann lächeln

Weltmeister Kramer versuchte dagegen, Verständnis für die aufgebrachten Anhänger aufzubringen. „Momentan sind alle Fans Anti-Videobeweis, Anti-50+1, da sind viele Aggressionen und viele Pfiffe drin, davon darf man sich nicht beeinflussen lassen“, sagte er. „Der Fan hinter dem Tor trinkt auch ganz gerne mal ein Bierchen und dann ist es schwer, in fünf Minuten nach dem Spiel eine vernünftige Lösung zu finden.“ Die fand nur Matchwinner Hazard, der sich aus den Diskussionen heraushielt und seinen Doppelpack lieber mit seinen beiden Töchterchen feierte. Dass er zunächst nur Ersatz war, hatte der Belgier da längst abgehakt. Immerhin einer war an diesem Nachmittag im Borussia-Park also guter Laune.

(sid)