Gladbach und der „dreckige“ Sieg

Am Dienstagabend leistete Borussia Mönchengladbach etwas Wiedergutmachung für die deutliche 1:5-Pleite gegen Bayer Leverkusen. Das 1:0 im DFB-Pokal über Fortuna Düsseldorf war ein Erfolg, für den das Wort „Arbeitssieg“ erfunden wurde. Einen solchen hatten die Gladbacher Fans schon länger nicht mehr sehen dürfen.

In der bisherigen Saison kannten die Borussen eigentlich nur zwei Extreme: Entweder stark spielen und souverän gewinnen – oder eben schwach spielen und nicht gewinnen. Die meisten Spiele dieser Art gingen verloren, zum Teil sogar sehr deutlich, wie die erwähnte Niederlage gegen Leverkusen oder das 1:6 in Dortmund am sechsten Spieltag. Demgegenüber stehen überzeugende Auftritte wie das Auswärtsspiel in Bremen (2:0) oder der Derbysieg zum Saisonauftakt gegen Köln (1:0).

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Die Fähigkeit, auch mal zu gewinnen, wenn wenig zusammen läuft, keine rechte Spielkultur entstehen will oder mal einige Stammspieler fehlen, ist eine wichtige Waffe. Für die auf die Europapokalplätze schielenden Gladbacher können drei Punkte aus einem knappen 1:0 gegen einen Konkurrenten sehr viel ausmachen. Der Sieg gegen die bis zuletzt aufopferungsvoll kämpfenden Fortunen war so ein „dreckiger Sieg“. Die Borussia spielte, das muss man sagen, nicht besonders überzeugend, vor allem in den letzten 20 Minuten galt die Aufmerksamkeit der Verteidigung der Führung, Offensivspiel wurde kaum noch betrieben.

Im Pokal zählt nur das Weiterkommen

Flügelspieler Ibrahima Traoré drückte es folgendermaßen aus: „Wir haben vielleicht nicht den schönsten Fußball gespielt, aber im Pokal zählt nur das Weiterkommen.“ Der neutrale Beobachter dürfte geneigt sein, ihm da zuzustimmen, das Kombinationsspiel entsprach nicht dem, was man von Dieter Heckings Mannschaft gewohnt ist. Die jedoch wollte nach dem Zusammenbruch gegen Leverkusen nur gewinnen – egal wie. Der Trainer sparte sich nach dem Spiel auch jedes Wort zur spielerischen Leistung und lobte stattdessen, dass seine Spieler „stabil gestanden und dem Gegner wenig Räume gelassen“ hätten. Die Definition eines Arbeitssieges: Nicht geglänzt, keine Hackentricks, aber trotzdem gewonnen. Zeit für Kabinettstückchen ist dann wieder in der Liga. Am Samstag treten die „Fohlen“ in Hoffenheim an.