Götze verlässt Bad Ragaz mit einem guten Gefühl

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Mario Götze verlässt Bad Ragaz am Mittwoch mit einem guten Gefühl. Nach seiner Nichtnominierung für die WM in Russland ist die kommende Spielzeit für den 26-Jährigen richtungsweisend. Entsprechend motiviert präsentierte sich Götze im Trainingslager.

„Ich wollte immer etwas erreichen und will immer etwas gewinnen. Aber natürlich möchte ich auch aus den Dingen lernen, die mir passiert sind, und aus denen, die nicht so gut waren. Deshalb ist die Saison sehr, sehr wichtig: für den BVB, aber auch für mich persönlich“, sagte Götze im Welt-Interview. Dem einstigen WM-Helden ist es anscheinend ernst. Seine für Mitte Juli geplante Hochzeitsfeier mit Ehefrau Ann-Kathrin Brömmel auf Mallorca sagte er ab, damit er die komplette USA-Reise des Klubs mitmachen konnte. „Sie hatte großes Verständnis dafür. Sie hat gewusst, wie wichtig es mir war, die komplette Vorbereitung mit dem BVB zu machen“, verriet Götze.

- Anzeige -

Der Offensivspieler ist sich seiner heiklen Lage offenbar bewusst. Seit seiner Rückkehr vom FC Bayern bestritt er nur 34 von 68 Bundesliga-Spielen für die Schwarz-Gelben. In lediglich 19 Begegnungen stand er über 90 Minuten auf dem Platz. Drei Tore und vier Vorlagen sind eine ernüchternde Bilanz. Daher erhöhen auch die Verantwortlichen den Druck. Große Hoffnungen setzen sie dabei in Trainer Lucien Favre. „Das ist jetzt für ihn eine ganz entscheidende Saison. Am Ende glaube ich, dass Favre jetzt versuchen wird, ihm massiv zu helfen. Und den Rest muss Mario machen. Ich glaube, dass Mario ein kluger Junge ist. Er weiß genau, um was es geht“, sagte Hans-Joachim Watzke. Der BVB-Geschäftsführer hatte zuletzt den Eindruck, „dass irgendwas fehlt. Und das kann nur der Spieler jetzt in Zusammenarbeit mit dem Trainer lösen.“

„Daran muss ich wachsen“

Sebastian Kehl ist sehr optimistisch. „Nach den ersten Trainingswochen bin ich zuversichtlich, dass wir wieder öfter und konstant jenen Mario Götze sehen werden, der den BVB und seine Fans in der Vergangenheit schon oft begeistert hat“, sagte der Leiter der Lizenzspielerabteilung der Sport Bild. Sollte dies so kommen, dann wäre Götze auch wieder eine Option für Joachim Löw. In Russland hatte der Bundestrainer auf den Siegtorschützen des WM-Finals von 2014 verzichtet. „Daran muss ich wachsen. Ich muss es als ein Erlebnis akzeptieren, das mir dabei helfen kann, die Zukunft anzugehen und die nächste Stufe zu erreichen“, sagte Götze. Löw traut ihm die Rückkehr in die DFB-Auswahl zu. Er habe die Gabe der guten Selbstreflexion, so Löw: „Er weiß, wo er jetzt ansetzen und was er nächste Saison machen muss.“ Die Grundlagen dafür legte Götze vor einer ihm vertrauten Bergkulisse.

(cbe/sid)