Gondorf überrascht von neuer Position

Jérôme Gondorf wurde nach dem langfristigen Ausfall von Fin Bartels in den letzten Wochen immer wichtiger für den SV Werder Bremen. Der Ex-Darmstädter hat sich zu einer Säule des Bremer Spiels entwickelt. Nun sprach er über sein erstes Ligator für Werder, seine veränderte Rolle und Coach Florian Kohfeldt.

Am 19. Spieltag beim FC Bayern (2:4) erzielte Gondorf seinen ersten Treffer. Richtig darüber freuen konnte er sich angesichts der Niederlage nicht. „Das ist nach wie vor schwierig. Ich habe viele Glückwunsch-Nachrichten bekommen und mich selbstverständlich auch gefreut, aber der Stachel sitzt noch drin. Wir hätten die Bayern an diesem Tag packen können und damit meine ich nicht nur ein Unentschieden“, meinte der 29-Jährige im Interview auf der Vereinshomepage. Dennoch glaubt der Mittelfeldakteur dank seiner guten Leistungen der letzten Wochen an einen Schub an Selbstvertrauen.

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Gondorf agierte lange als klassischer zentraler Mittelfeldspieler, zuletzt kam er aber mehr über die Flügel und war dabei gefährlich. „Ich war auch ein Stück weit überrascht. Allerdings habe ich auch einen ganz klaren Auftrag mitbekommen. Mir wurde verdeutlicht, wie ich die Position zu interpretieren habe, was von mir auf dieser Position erwartet wird“, erklärte der gebürtige Karlsruher. „Ich habe das Glück, flexibel und variabel einsetzbar zu sein. Dass es dann gleich so gut klappt, ist nicht nur für mich, sondern auch für das Trainerteam und die Mannschaft erfreulich.“ Noch erfreulicher wäre es für die Grün-Weißen allerdings verlaufen, wenn die Ergebnisse der letzten Wochen ähnlich positiv ausgefallen wären, wie die Leistungen.

„Bin nicht der Typ, der den einfach Weg geht“

„Im Endeffekt zählen nur Punkte. Es geht hier nicht um Einzelschicksale, nicht um mich. Wir müssen punkten und uns aus dieser Situation als Mannschaft schnellstmöglich befreien. Allerdings bin ich auch überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen, wenn wir weiter so performen“, kündigte Gondorf offensiv an. Seit seiner Vertragsunterschrift an der Weser im Sommer letzten Jahres muss er sich mit einer großen Konkurrenz im Mittelfeld messen. „Ich wusste um diesen Konkurrenzkampf, bevor ich unterschrieben habe. Ich bin nicht der Typ, der den einfachen Weg geht“, sagte Gondorf und fügte an: „Für mich war klar: Wenn ich abliefere, werde ich meine Rolle finden. Wenn ich Argumente liefere, wird das Trainerteam dauerhaft keine Möglichkeit haben, an mir vorbeizukommen.“

Seine eigene verbesserte Leistung, aber auch den Aufstieg der Mannschaft innerhalb der bisherigen Saison, erklärt sich der Profi auch durch die Personalie Kohfeldt. „Er hat uns vom ersten Tag an einen klaren Plan mitgegeben. Er hat uns sofort vermittelt, was er von uns auf dem Platz sehen will, uns gleichzeitig aber an die Hand genommen und uns Lösungsvorschläge präsentiert“, lobte Gondorf die Arbeit des Übungsleiters. Für ihn persönlich sei vor allem der Austausch mit dem Trainerteam entscheidend für seine Fortschritte gewesen.