Goretzka wirkt mit dem Kopf woanders

Leon Goretzka wechselt im Sommer vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München. Mit Königsblau hat der Mittelfeldspieler noch einiges vor. Mit guten Leistungen wollte er voran gehen, zur Zeit allerdings lassen seine Darbietungen zu wünschen übrig. Ein Kommentar von Lattenkreuz-Chefreporter Lukas Eisenhut.

„Jeder der mich nur ein bisschen kennt, der weiß, dass ich mich, wie immer, zerreißen werde. Ich will Schalke 04 wieder in die Champions League zurückführen und möchte am 19. Mai in Berlin den DFB-Pokal gewinnen“, erklärte der Nationalspieler kurz nach Bekanntwerden seines Transfers im Sommer. Somit muss sich Goretzka genau an diesen Worten messen lassen. Die Leistungen des 23-Jährigen in den vergangenen Wochen erreichen jedoch nicht den Qualität, die Goretzka auf den Platz bringen kann. Vielmehr enttäuscht der Mittelfeldmann oft, wirkt auf dem Platz belastet.

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Für Goretzka sprechen drei Torvorlagen in acht Einsätzen seit Verkündung des Wechsels. An dieser Stelle allerdings ist nicht alles Gold was glänzt. Insgesamt schafft es der Nationalspieler nicht, sein volles Potenzial abzurufen. Acht mal wurde Goretzka seit der Bekanntgabe des Wechsels vom Fachmagazin Kicker bewertet. Fünfmal schafft es der 23-Jährige nicht, mehr als eine 4,0 herauszuholen. Hinzu kommen eine 3,5 gegen Bayer 04 Leverkusen (2:0), eine 3,0 gegen Stuttgart (2:0) und eine 2,5. Diese gab es im Spiel beim FC Bayern (1:2). Es mag Zufall sein, dass Goretzka ausgerechnet gegen seinen neuen Arbeitgeber stark aufspielte. Und dennoch wirkt es so, als habe er zusätzliche Motivation verspürt.

Vize-Kapitän wirkt auf dem Platz selten präsent

Nun ist Goretzka ein Spieler, der die Qualität hat, eine Mannschaft zu führen und voranzugehen. In seinen Spielen für Schalke schafft er dies aktuell jedoch nicht. Obwohl er Vize-Kapitän ist, wirkt es von außen nicht so, als würde er auf dem Platz das Wort ergreifen. Innerhalb der Mannschaft mag dies sicher anders gesehen werden, dem Zuschauer fallen neben Kapitän Ralf Fährmann aber eher Guido Burgstaller und auch Daniel Caligiuri in dieser Rolle auf. Goretzka hat mit seinen Worten Großes angekündigt. Noch bleiben dem Mittelfeldmann sieben Bundesliga-Spiele und mindestens eine Partie im Pokal, um seinen Worten auch Taten folgen zu lassen.