Grindel über die Nations League: „Es geht richtig um etwas“

Am Mittwoch um 12 Uhr werden die Gruppen für die am 6. September 2018 beginnende UEFA Nations League ausgelost. Im Vorfeld äußerten sich Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Präsident Reinhard Grindel über den Wettbewerb, über den man sich auch für die EM 2020 qualifizieren kann.

„Dies ist ein neuer Wettbewerb, den wir engagiert und ehrgeizig angehen werden. Sicherlich wird das ein oder andere Spiel auch hilfreich sein, neue, junge Spieler unter Wettbewerbsbedingungen gegen andere große Fußballnationen zu testen“, erklärte Bierhoff gegenüber dem Sport-Informations-Dienst. Grindel gab als Ziel vor, „eine gute Rolle“ in dem neuen Wettbewerb zu spielen. „Und jede große Nation will natürlich verhindern, dass sie in dem Wettbewerb absteigt“, sagte der DFB-Präsident. „Der zentrale Unterschied zu Freundschaftsspielen ist: Es geht richtig um etwas.“

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Die Nations League wird die bisher üblichen Test-Länderspiele ersetzen. Sie wird aus vier Ligen bestehen, die in je vier Gruppen unterteilt sind. In der Liga A, in der Deutschland spielt, gibt es vier Dreiergruppen. Nach den Doppelspieltagen im September, Oktober und November ermitteln die Gruppensieger der Liga bei einem Finalturnier im Juni 2019 den Sieger. Deutschland ist in Topf 1 gesetzt. Eine Gruppe mit Frankreich und den Niederlanden ist genauso möglich wie eine mit der Schweiz und Island.

Ein Vorteil für die „Kleinen“

Der größte Anreiz besteht allerdings eher für die kleinen Nationen, da 4 der 24 Tickets für die EM-Endrunde 2020 über den neuen Wettbewerb vergeben werden. Die 16 Gruppensieger aller Ligen ziehen in die EM-Play-offs im März 2020 ein. Sollten sich die Gruppensieger bereits über die normale Qualifikation ihren EM-Start gesichert haben, rücken die Nächstplatzierten nach. Jede Liga wird also einen EM-Teilnehmer hervorbringen.

„Viele kleine und mittlere Verbände haben im Gegensatz zu uns Probleme, regelmäßig Gegner für Freundschaftsspiele zu finden“, sagte Grindel weiter. „Und es gibt Verbände, die organisatorisch und personell nicht so aufgestellt sind, Freundschaftsspiele organisieren und intensiv vermarkten zu können. Für diese Nationen ist die Nations League so etwas wie ein von der UEFA organisierter Spielbetrieb. Ich bin davon überzeugt, dass wir als großer Verband solidarisch mit den kleinen umgehen und einen Beitrag leisten müssen. Für diese Verbände hat die Nations League eine ganz besondere Bedeutung.“

(cbe/sid)