Hamburg gegen Hertha: Duell der Harmlosen

Viele Treffer sind in der Bundesliga-Partie zwischen dem Hamburger SV und Hertha BSC am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) nicht zu erwarten. Der HSV ist das offensivschwächste Team der laufenden Saison und auch die Berliner treffen derzeit einfach nicht das Tor.

Magere 18 Saisontore stehen in Hamburg zu Buche. Der letzte Treffer gelang den „Rothosen“ bei der 1:2-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen am 23. Spieltag. Unter dem neuen Cheftrainer Christian Titz, der am Montag den entlassenen Bernd Hollerbach beerbte, soll sich das wieder bessern. Und das muss es gegen die Hertha auch, wollen die Hanseaten noch an ihrer Restchance auf den Klassenerhalt festhalten. Sieben Punkte fehlen dem HSV auf den 1. FSV Mainz 05, der aktuell den Relegationsplatz innehat. Ein Sieg gegen die Hauptstädter ist somit eigentlich Pflicht, doch die Hamburger wissen gar nicht mehr richtig, wie sich drei Punkte anfühlen. Ende November beim 3:0 über die TSG 1899 Hoffenheim konnten die Norddeutschen letztmals ein Ligaspiel gewinnen. Um diese Negativserie zu stoppen, wartete Titz mit einigen Überraschungen im Spieltagskader auf. So nominierte er zwei seiner ehemaligen U21-Schützlinge Young-Jae Seo und Matti Steinmann, berücksichtigte aber André Hahn, Walace, Dennis Diekmeier, Mergim Mavraj und Sven Schipplock nicht.

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Hertha BSC ist in den letzten Wochen das einzige Team im deutschen Fußball-Oberhaus, das tatsächlich noch harmloser ist als der HSV. Seit vier Spielen warten die Berliner nun schon auf einen eigenen Treffer. Trainer Pál Dárdai sah unter der Woche trotzdem keinen Bedarf, das Offensivspiel speziell trainieren zu lassen. „Wir haben keine Extra-Einheiten gemacht. Wir haben genug Tore in der Bundesliga geschossen, deshalb bleiben wir einfach dran“, meinte der Ungar am Donnerstag. Auch der Gegneranalyse schenkte der 41-Jährige keine großartige Beachtung: „Wir sind fokussiert auf unsere Aufgabe, auf unsere Automatismen.“ Viel zu analysieren gibt es angesichts des kürzlich erfolgten Trainerwechsels aufseiten der Hamburger allerdings auch nicht. Der Hauptstadtklub steht tabellarisch aktuell im grauen Mittelfeld. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung vor dem Relegationsrang, acht Zähler der Rückstand auf die Europa League. Die Schlussphase der Saison birgt für die Berliner voraussichtlich kaum noch Spannung.

Hamburger SV: Pollersbeck – Sakai, Papadopoulos, van Drongelen, Douglas Santos – Jung, Hunt – Jatta, Kostić – Waldschmidt – Arp

Hertha BSC: Jarstein – Pekarík, Stark, Rekik, Plattenhardt – Maier, Lustenberger – Weiser, Darida, Lazaro – Ibišević

Während der Endspurt der Saison für Hertha BSC auf Rang elf im gesicherten Mittelfeld weder nach unten noch nach oben große Sprünge verspricht, steht der Hamburger SV mit dem Rücken zur Wand. Gegen die Berliner muss unter Neu-Trainer Titz ein Erfolgserlebnis her, um die Restchance im Abstiegskampf weiter am Leben zu erhalten.