Hamburg holt Punkt bei Hollerbach-Debüt

Teilerfolg für Bernd Hollerbach: Beim Debüt an der Seitenlinie des Hamburger SV durfte sich der neue Trainer am Samstagnachmittag über ein 1:1 (1:1) bei RB Leipzig freuen. Trotz des Punktgewinns allerdings bleiben die Norddeutschen auf Platz 17.

Bei seinem Debüt auf der HSV-Bank drehte Hollerbach gleich mal mächtig am Personalkarussell, fünf Wechsel nahm der neue Trainer vor. So feierte Christian Mathenia seine Rückkehr ins Tor, zudem durften Rick van Drongelen, Walace, Gōtoku Sakai und Bobby Wood ran. Auf der Bank Platz nehmen mussten dafür Julian Pollersbeck, Mergim Mavraj, Vasilije Janjičić und André Hahn; erst gar nicht im Kader war Lewis Holtby. Deutlich weniger Wechsel gab es bei Leipzig: Ralph Hasenhüttl brachte im Vergleich zum jüngsten 1:2 in Freiburg lediglich Lukas Klostermann für Bernardo.

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Mit neuem Biss ging Hamburg beim Hollerbach-Debüt in die Partie, zahlreiche Fehler prägten zunächst allerdings das Spiel der Gäste. Kein Wunder also, dass ein solcher rasch zum Rückstand führte: Nach einem Ballverlust von Aaron Hunt drückte Kevin Kampl aufs Tempo, bediente Marcel Sabitzer, und die Flanke des Österreichers köpfte Bruma zum 1:0 ein (8.). Mit der Führung im Rücken blieb Leipzig dominant und kam dank Hamburger Nachlässigkeiten zu weiteren Topchancen. Sabitzer scheiterte an Mathenia (15.), während Jean-Kévin Augustin (16.) und Timo Werner (25.) bei ihren Großchancen das Tor jeweils knapp verfehlten.

Kostić trifft zum Ausgleich

Zumindest aber die Leidenschaft war dem HSV nicht abzusprechen, und Leipzig ließ sich durchaus das eine oder andere Mal von der Gangart der Gäste beeindrucken. Gar nicht mal unverdient war daher der Ausgleichstreffer: Gideon Jung spitzelte den Ball durch die unsortierte RB-Abwehr in den Lauf von Filip Kostić, der Serbe umkurvte noch Péter Gulácsi und schob dann aus knapper Abseitspostion zum 1:1 ein (29.). Die Sachsen mussten sich vorwerfen lassen, erst vorne die Tore nicht gemacht und dann hinten gepatzt zu haben. Relativ offen war die Partie anschließend, Leipzig versuchte es mit spielerischen Mitteln und viel Ballbesitz, die Hamburger hielten mit viel Engagement und Zweikampfstärke dagegen. Gefährliche Torraumszenen gab es bis zur Pause nicht mehr, so dass es mit dem 1:1 in die Kabinen ging.

Ohne personelle Wechsel starteten beide Teams in die zweite Hälfte, dafür jedoch mit neuem Schwung. Leipzig nämlich schien nun gewillt, das spielerische Übergewicht auch zu nutzen. Weiterhin aber gewann der HSV die entscheidenden Zweikämpfe. Die erste Gelegenheit nach Wiederanpfiff hatte Sabitzer, der sich aber Mathenia geschlagen geben musste (54.). Nach knapp einer Stunde dann gab es die erste Veränderung bei RB: Naby Keïta kam für Diego Demme (58.).

Leipzig fehlt der Schwung

Die Drangphase der Hausherren allerdings ebbte nach und nach ab, stattdessen wurde Hamburg immer mutiger. Die erste Gelegenheit des HSV in Hälfte zwei hatte Wood, der Schuss des Stürmers wurde allerdings geblockt (62.). Den Sachsen dagegen mangelte es einfach an Tempo, um die Abwehr des Tabellen-17. ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Hasenhüttl reagierte daher und brachte mit Yussuf Poulsen (71., für Augustin) einen frischen Stürmer. Gefahr aber ging nach wie vor allenfalls von Sabitzer aus, ein Freistoß des 23-Jährigen wurde von Mathenia entschärft (77.). So tröpfelte die Partie in der Schlussphase vor sich hin. Leipzig konnte offenbar nicht mehr anbieten, Hamburg schien mit dem Punkt zufrieden. Mehr als unpräzise Abschlüsse von Sabitzer (83.) und Dayot Upamecano (90.+3) hüben sowie Kostić (82., 89.) drüben boten beide Teams nicht mehr an.